Sternstunden Musik Christina M. Stahl

Sternstunden Musik


Heft 5/6 und 7/8
Auer, 2015

Die vorliegenden Veröffentlichungen sind untertitelt mit „Besondere Ideen und Materialien zu den Kernthemen des Musikunterrichts“ und richten sich an Unterrichtende in der Sekundarstufe I. Die beiden Bände präsentieren sich als Sammlung von Unterrichtsmaterial, das in die Kategorien Produktion: Musik realisieren und entwerfen, Reflexion: Musik erläutern und beurteilen, Rezeption: Musik beschreiben, analysieren und deuten und Musik und Medien unterteilt ist, trotzdem aber etwas unsystematisch wirkt. Im Band für die 5./6. Schulstufe ist auch ein kleiner Abschnitt zu Musikalischen Grundlagen integriert.
Jedes Kapitel wird eingeleitet mit einer knappen Übersicht, Anmerkungen zu Voraussetzungen und Kompetenzen, die mit dem Material erworben werden können, sowie Tipps zu Vorbereitung, Erarbeitung, Weiterführung usw.
Die Palette der Zugänge ist breit gestreut: von Liedern, (bisweilen umfangreichen) Musizierstücken, Bewegungsaufgaben und Rollenspielen bis zu kleinen Lernzirkeln für Doppelstunden und netten Aufgaben zur Beschäftigung mit Komponisten und Musikwerken. Manchmal wäre eine etwas genauere Beschreibung des zugrunde liegenden Unterrichtskonzepts hilfreich gewesen. Die integrierte Audio-CD bietet die benötigten Hörbeispiele.

Fazit: Aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche und Qualitäten werden sich nicht alle Sternstunden so einfach wiederholen lassen. Dennoch bietet diese bunte Zusammenstellung viele gute Ideen für den Musikunterricht vor allem im Bereich von kreativen Aufgaben!

Gerhard Sammer



Pop macht Schule Axel Schwarz

Pop macht Schule


Schott, 2015

Das Buch vereint Erläuterungen und Reflexionen zu den ambitionierten musikpädagogischen Projekten Pop macht Schule und InPop der Popakademie Baden-Württemberg. Beide Projekte sind für den schulischen Musikunterricht konzipiert und haben vorrangig die aktive Popmusikvermittlung zum Ziel.
In einem sehr kurz gehaltenen, theoretischen Einführungsteil, der konzeptionelle Merkmale, Schwerpunkte und Begründungsansätze skizziert sowie Verweise auf musikpädagogische Fachliteratur bietet, werden ausführlich die einzelnen Praxisbausteine (‚Tools‘) erläutert. Diese bilden den Kern der Publikation und reichen von rhythmischen Grundlagen und Praxen über das Singen, Rappen und Bandspiel bis hin zur Musikproduktion. In einem Kurzportrait wird das Projekt InPop als langfristige musikpädagogische Maßnahme vorgestellt.

Fazit: Der besondere Wert der Publikation liegt in den detaillierteren Beschreibungen und unterrichtlichen Impulsen der Praxisbausteine. Weniger überzeugen kann der theoretische Gehalt. Da das Autorenteam zu den Projektbeteiligten zählt, ist der Blick nicht unverstellt — das Ergebnis hat bisweilen ‚Werbeschrift‘-Charakter.

Daniel Mark Eberhard



Stimm-Kanons Werner Jocher

Stimm-Kanons


Stimmbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Fidula, 2015

In der Publikation Stimm-Kanons finden sich leicht erlernbare, kurze Kanons, die gezielt wichtige Bereiche der Stimmgebung von Sing- bzw. Sprechstimme aufbauen sollen. Dabei wird das vom Autor entwickelte Konzept der „integralen bewegungsaktiven Stimmbildung“ zugrunde gelegt, das die Stimmübungen mit einfachen Bewegungen verbindet.
Die übersichtliche und ausführliche Einleitung bietet eine Einführung in die Grundlagen funktionaler Stimmbildung. Darüber hinaus gibt der Autor dort eine hilfreiche Übersicht über die Artikulation von Vokalen und Konsonanten mit gezielten Trainingshinweisen.
Zu jedem der 17 Sing- bzw. 10 Sprechkanons gibt es Erarbeitungshinweise und gezielte Tipps zu den Bereichen Haltung, Atmung, Artikulation, Resonanz und Register. Diese klare und durchdachte Konzeptstruktur ermöglicht einen effektiven und erfolgreichen Einsatz der Kanons.
Während einige Kanons gezielt bestimmte Singsilben nutzen, um Stimme, Atmung und Artikulation zu trainieren (Dim dibi dim, Jazz-Waltz-Kanon), finden sich auch Kanons mit lustiger Textierung (Papperlapapp, Anti-Einsing-Kanon). Inwiefern diese Texte in Singgruppen (Altersangabe: „Kinder ab 10 Jahren“) wirklich eingesetzt werden können, muss wohl von Fall zu Fall individuell entschieden werden. Einige Kanons finden sich als Aufnahmen auf der beiliegenden CD.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung von Stimm- und Sprechübungen, die als Kanons in der Praxis bestens eingesetzt werden können – manche sogar als effektvolle Aufführungsstücke.

Markus Detterbeck



Unterrichtseinstiege Musik Daniel Mark Eberhard

Unterrichtseinstiege Musik


Cornelsen, 2015

Diese Neuerscheinung präsentiert sich kleinformatig und kompakt, beginnend mit einer kurzen Einleitung zu allgemeinen Überlegungen zu Stunden- und Unterrichtseinstiegen; hierbei unterscheidet der Verfasser insbesondere zwischen „Alltäglichen Einstiegen“ und „Einstiegen zur Förderung von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit“. Im Mittelpunkt des Bandes stehen in der Folge die konkreten Vorschläge für Unterrichtseinstiege, die nach fünf Lernbereichen/Umgangs- weisen geordnet sind: Musik hören, Über Musik nachdenken, Musik machen, Musik umsetzen und gestalten und Musik erfinden. Der Autor betont einleitend, dass die enge Vernetzung der Bereiche bedingt, dass es sich hier nicht um eine strenge systematische Trennung, sondern lediglich um Schwerpunktsetzungen handelt. Dies relativiert auch das Übergewicht an Vorschlägen in den ersten beiden Kapiteln.
Die Einstiege sind jeweils mit Angaben zu Klasse, Stundenthema, notwendigen Vorbereitungen und Stichworten zum besonderen Nutzen stichwortartig skizziert und anschließend meist halb- oder ganzseitig übersichtlich erläutert.
Die Palette der Unterrichtsideen reicht von eher allgemeinen methodischen Zugangsweisen (z. B. Fantasiereise, Diskussionsimpulse, Mindmapping), die exemplarischen Charakter haben, bis zu einzelnen konkreten Spielideen (z. B. Kreuzworträtsel, Buchstabensalat).

Fazit: Die Veröffentlichung bündelt vor allem methodisch interessante Ideen, die auf verschiedene Weise adaptiert und so mehrfach in den Unterricht eingebunden werden können.

Gerhard Sammer



Easy Group Eckart Vogel

Improstundenatücke


Fidula, 2015

Der Name bürgt für Qualität: Nach dem bewährten Stundenstücke-Prinzip hat der erfahrene Praktiker Eckart Vogel nun einen neuen Band vorgelegt, in dem es um einen Einstieg in die Improvisation geht. 40 Stücke/ Spielmodelle mit steigendem An- spruch laden dazu ein, darüber weiter zu improvisieren. Der Autor lässt die Lehrer dabei aber nicht allein, sondern schlägt jeweils einige Möglichkeiten des Improvisierens vor.
Die Kompositionen für die Vorlagen (Tutti) sind musikalisch gewohnt apart, die teilweise vorhandenen Singtexte von unterschiedlicher Qualität, von wenig fantasievoll bis witzig. Zu den meisten Stücken gibt es einfachere Alternativfassungen, so dass der Anspruch, für die Klassen 3 bis 9 geeignet zu sein, durchaus eingelöst wird. Schade, dass diese Vereinfachungen nicht direkt gegenüber dem Original zu finden sind, so muss man blättern, wenn man vergleichen will.
Neben diesen Stücken als Improvisationsanregung finden Sie ausführliche Anleitungen zum Sequenzenspiel, Echospiel/-klatschen und zu Improvisationsspielen. Fundierte didaktische Überlegungen und diverse Stundenskizzen ergänzen das Heft ebenso wie Grifftabellen und ein Glossar. Der Publikation liegen zwei CDs mit den Aufnahmen der Stücke und Playalongs bei.

Fazit: Das heikle Thema, Schüler selber musikalisch-schöpferisch aktiv werden zu lassen, ist hier beispielhaft aufbereitet. Der Weg vom Vorbild über Impulse zur Improvisation überzeugt und unterscheidet sich wohltuend von einem regellosen Laissez-faire-Prinzip.

Stephan Unterberger



Easy Group Judith Riegert, Oliver Musenberg (Hrsg.)

Inklusiver Fachunterricht in der Sekundarstufe


Kohlhammer, 2015

Das Menschenrecht Inklusion ist eines der populärsten und kontroversesten Themen der gegenwärtigen Bildungsdiskussion. Einen Beitrag im Hinblick auf die fachdidaktische Auseinandersetzung mit dem Thema leistet die vorliegende Publikation.
Darin werden in einem kurzen Einführungsteil wissenschaf tlichtheoretische Überlegungen zu den Herausforderungen inklusiven Fachunterrichts in der Schule sowie zu Forschungsdesideraten im Bereich der Lehrerbildung angestellt, um anschließend Impulse aus der Perspektive von 15 Unterrichtsfächern der Sekundarstufe vorzustellen. Aus der Mehrperspektivität von Wissenschaftlern, Lehrern und Sonderpädagogen ergibt sich dabei ein umfassendes Bild, das der vielschichtigen Thematik grundsätzlich entspricht.
In drei knappen Beiträgen (dem kürzesten Buchkapitel) wird schlaglichtartig das Fach Musik betrachtet. Anhand eines vorgegebenen Lernszenarios beschäftigen sich die Autoren mit dem Themenbereich ‚Thema und Variation‘ aus den Blickwinkeln Subjektorientierter Musikunterricht, Sonderpädagogik/Musiktherapie sowie schulische Praxis.
Wenngleich die Autoren jeweils fachdidaktisch begründete theoretische Überlegungen und unterrichtliche Ansätze vorstellen, wäre zunächst eine allgemeine Einführung in fachspezifische Grundlagen, Potenziale und Schwierigkeiten inklusiven Musikunterrichts hilfreich gewesen.

Fazit: Das Buch liefert im Hinblick auf interdisziplinäre fachdidaktische Diskurse wichtige Impulse. Für das Fach Musik wäre aber mehr Umfang und Tiefe wünschenswert gewesen.

Daniel Mark Eberhard



Easy Group Rob Collomb, Matthias Philipzen

Easy Group


Philipzen Percussion Publishing, 2014

Man nehme einen auf Rhythmusinstrumente übertragbaren Bodypercussion- Groove, einen Ein-Akkord-Song mit einem simplen Gitarren-Schlagmuster, eine einfache Gesangsmelodie und schon kann es losgehen. Mit diesem Vorsatz wollen die Autoren dieses praxistauglichen Materialienpakets möglichst viele motivieren mit Schülern ohne musikalische Vorkenntnisse Musik zu machen.
Easy Group umfasst drei Bände (je ein Heft für Percussion, Gitarre und Gesang) und eine DVD. Das Konzept ist einfach und wirkungsvoll: Die Schüler lernen Rhythmen, Akkorde und Melodien, die sie dann im Ensemble gemeinsam musizieren.
Der Percussion-Band deckt die Bereiche Bodypercussion, Cajon und Ensemblespiel ab und erarbeitet Rhythmusmotive in kleinen Bausteinen. Das Gitarrenheft bietet einen Gitarrenlehrgang mit den wichtigsten Grundbegriffen und verbindet Erklärungen über Akkorde, Schlagmuster etc. mit gut einsetzbaren Übungsideen. Im Gesangsband führen die Autoren die erarbeiteten Rhythmen und Akkorde zusammen. Die zehn Songs stehen als Leadsheets und in Diagrammnotation zur Verfügung, ergänzt mit je einem Warm-up-Bodypercussionpattern und einem passenden Groove für das Rhythmusensemble.
Die DVD präsentiert in anschaulichen Videos alle rhythmischen Spielideen, Grooves und Übungen, stellt die Gitarrenakkorde vor und zeigt Beispiele der Erarbeitung mit Schülern.

Fazit: Wer im Rock-/Pop-Bereich eine Schnellanleitung zum gemeinsamen Musizieren für die Sekundarstufe I sucht, dem kann dieses Paket empfohlen werden.

Elmar Rinderer



99 Songs im Chor Berthold Kloss (Hrsg.)

99 Songs im Chor


Bosse, 2014

Mit der Sammlung von 99 Songs, arrangiert für gleichstimmigen Chor, will Berthold Kloss „das Singen in der Grundschule und danach“ (9- bis 12-Jährige) anregen und die Lücke zwischen „einstimmigem Schulliederbuch und konventionell orientierter Chorsammlung“ schließen.
Um der altersgemäßen Nachfrage nach popmusikalischen Aspekten zu entsprechen, setzt die Sammlung einen Schwerpunkt auf englischsprachige Songs. Diese stammen zum Teil aus dem aktuellen Poprepertoire – z. B. Everything at once (Lenka) oder I follow rivers (Lykke Li) – oder sind Evergreens – z. B. Bridge over troubled water (Simon & Garfunkel), Sailing (Rod Stewart) oder La Bamba (Richie Valens). Daneben finden sich ausgewählte Sätze aus den Bereichen Gospel (z. B. Virgin Mary had a baby boy), Volkslied (z. B. Die Gedanken sind frei) und Kanon. Bei einigen Stücken handelt es sich um Originalkompositionen unter anderem von Oliver Gies, Stefan Kalmer und Martina Freytag.
Die Sätze sind vorwiegend zwei- bis dreistimmig homofon gesetzt und mit einer Klavierbegleitung versehen. Wünschenswert wären hier weitere chormethodische Impulse für den Einstieg in das mehrstimmige Singen z. B. in Form von Bordun- oder ostinaten Begleitstimmen. Einige Sätze enthalten Ideen und zusätzliches Material zur Begleitung durch ein kleines Instrumentalensemble oder durch die Schulband.

Fazit: Insgesamt eine praxisnahe Zusammenstellung von Chorarrangements, die auf dem Konzept der 111 Hits für Kids bzw. der 123 Songs für Kids im Chor aufbaut.

Markus Detterbeck



Musikunterricht(en) im 21. Jahrhundert Silke Schmid (Hrsg.)

Musikunterricht(en) im 21. Jahrhundert


Bosse, 2014

Wie von der Herausgeberin einleitend vermerkt wird, ist der Band, dessen Beiträge auf ein Symposium in Basel im Jahr 2012 zurückgehen, eine „naturgemäß fragmentarische Momentaufnahme“ im Kontext einer Aufbruchsstimmung in der musikpädagogischen Forschung in der Schweiz. Entsprechend dem Untertitel des Sammelbandes geht es „dabei weniger um den ‚Musikunterricht‘ als vielmehr um verschiedene Begegnungen, Einblicke und Visionen im Kontext von ‚Musikunterricht(en)‘ als Handlungsfeld“.
Der Band bietet in der Tat ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Perspektiven auf Musik- und Instrumentalunterricht im deutschsprachigen Raum. Insbesondere der Kooperation von Schule und Musikschule ist ein spezieller Schwerpunkt gewidmet. U. a. bildet die Dokumentation eines Teamvortrags Einblicke in aktuelle Diskussionsstandpunkte und Fragestellungen (Boldt, Hofstetter, Lehmann-Wermser, Mahlert). Sehr pointiert werden Facetten der Kooperation zwischen allgemein bildenden Schulen und Musikschulen skizziert (Oberschmidt). Weitere Beiträge bilden Brücken zwischen Praxis und Forschung, u. a. zur Praxisforschung aus Lehrerperspektive (Ardila-Mantilla, Buchborn), zum Umgang mit Videos im Musikunterricht (Moritz, Kamper) oder beleuchten Einzelthemen und Projekte im Umfeld von Instrumentalund Musikpädagogik.

Fazit: Ein bunter Sammelband mit sehr unterschiedlichen Beiträgen, der insbesondere für Musikpädagogen an der Schnittstelle zwischen Musikschule und Schule interessant sein kann.

Gerhard Sammer



Circle Grooves Johannes Steiner

Circle Grooves


Universal Edition, 2014

Circle Grooves, angelehnt an die Idee der Circle Songs von Bobby McFerrin, sind kurze rhythmisch-melodische Patterns, die ‚im Kreis‘ wiederholt und um Breaks sowie weitere musikalische Elemente erweitert werden. Die frei arrangierbaren ‚Loops‘ sind für vokales, instrumentales und kombiniertes Musizieren konzipiert und umfassen auch Bewegungs- und Bodypercussion-Elemente.

Dank geringer Anforderungen an die Instrumentalausstattung lassen sich die Circle Grooves flexibel zur Auflockerung, als Warm-ups oder zur gezielten Förderung rhythmischer Kompetenzen einsetzen, aber auch zu komplexeren Performances weiterentwickeln.
Der Aufbau erfolgt in fünf Kapiteln: Der informativen Einführung schließen sich Kapitel zu Circle Grooves mit Schrittfolgen und elementarem Instrumentarium, vokalem Schwerpunkt, Vocal- und Bodypercussion sowie mit Boomwhackers, Orff- und Melodieinstrumenten an. Neben verschiedenen Arten der Klangerzeugung berücksichtigen die zwei- bis viertaktigen Circles verschiedene Taktarten und Stile und können jeweils um abwechslungsreich gestaltete Breaks zu ansprechenden Arrangements erweitert werden. Der Schwierigkeitsgrad ist durchwegs leicht bis mittelschwer und bleibt damit stets an schulische Gegebenheiten angepasst.
Zahlreiche methodische Tipps sowie Internetlinks mit Beispielvideos, Vorlagen und Instrumentalstimmen runden die Publikation sinnvoll ab.

Fazit: Vielfältige Impulse für ein lebendiges, ganzheitliches und flexibel gestaltbares Klassenmusizieren — empfehlenswert!

Daniel Mark Eberhard



Crashkurs Musiklehre/Musikproduktion Evamarie Müller

Crashkurs Musiklehre


Friedrich Neumann

Crashkurs Musikproduktion


Schott, 2013

Unter dem markanten Titel Crashkurs stellt der Schott-Verlag eine neue Buchreihe mit dem Anspruch vor, in möglichst kompakter Form musikalisches Grundlagenwissen zu unterschiedlichen Themenbereichen zu bündeln.
Im ersten Band zur Musiklehre werden systematisch einzelne Aspekte dargestellt: von den Grundlagen über Notenschrift, Tonleitern und Intervalle bis zu Akkorden, Rhythmus und Formenlehre. Mitgeliefert wird eine DVD mit Videos, welche die Buchinhalte audiovisuell ergänzt.
Die Gratwanderung zwischen Kursbuch und komprimierter lexikalischer Zusammenschau für unterschiedliche Altersgruppen gelingt allerdings nur bedingt. Auch erscheinen die Lernschritte teilweise nicht ganz ideal gewählt.
Ebenso kompakt, übersichtlich und grafisch ansprechend, aber wesentlich praktikabler präsentiert sich der Band Crashkurs Musikproduktion. Ausgehend von einem kurzen historischen Abriss widmet sich der Autor sehr fundiert den Themen Mikrofontechnik, Leitungstechnik, Akustik im Aufnahmeraum, Von analog zu digital, Abhören, Digital Audio Workstation, Abmischung und Signalprozessoren. Neben den grundlegenden Infos sind vor allem Tipps für die Praxis hilfreich, wie z. B. zur Mikrofonaufstellung.

Fazit: Die Bände sind wohl nicht für eine direkte Anwendung im Musikunterricht konzipiert, erscheinen aber durchaus hilfreich. Die Verknüpfung von Kursbuch und lexikalischer Zusammenschau gelingt nur sehr bedingt.

Gerhard Sammer



Kreative Musiktheorie und Songwriting Sabine Miermeister

Kreative Musiktheorie und Songwriting


Wißner, 2014

Wer alternative Zugänge zu Themen wie Intervalle, Notenwerte, Harmonik und Songwriting sucht, ist mit dieser Neuerscheinung gut beraten.
Das Buch bietet kurz und prägnant beschriebene Sequenzen für den Unterricht, die sich leicht für verschiedene Altersstufen adaptieren lassen, da sie viel Kreativität für weiterführende Methoden zulassen. Die studierte Pädagogin und Publizistin hat die beschriebenen Unterrichtssequenzen seit mehreren Jahrzehnten mit Gruppen unterschiedlichen Alters durchgeführt.
Allererste Grundkenntnisse, wie die Notation von Tonhöhen im Notensystem, sollten die Schüler bereits vorweisen können. Vielmehr bedarf es jedoch nicht, denn fernab der ,trockenen‘ Musiktheorie sucht die Autorin intuitive Wege, die vor allem über das Hören, Empfinden und Ausprobieren gehen. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Rhythmik. Themen wie Takt, Notenwerte, Metrik etc. sind auf sehr innovative Weise erklärt und insbesondere für den Musikunterricht sehr zu empfehlen.
Besonders geeignet ist dieses Buch auch für den Gruppen-Instrumentalunterricht und das Coaching von Schulbands. Die Schüler lernen hierbei den Umgang mit Jazzakkorden, Akkordverbindungen und generell den Aufbau von Songs. Als ‚Endprodukt‘ werden Wege zum Komponieren eines eigenen Songs in Gruppenarbeit erläutert und methodisch beschrieben.

Fazit: Ein Buch, das viele Anregungen zu einem kreativen Umgang mit Musiktheorie bietet und für verschiedene Altersgruppen und Schulformen geeignet ist.

Alexander Kral



Sounds & Grooves mit Stift & Co. Martin J. Junker

Sounds & Grooves mit Stift & Co.


Fidula, 2014

Das Musizieren mit Alltagsgegenständen ist seit STOMP im Musikunterricht ‚in‘. Das vorliegende Heft nutzt diese Tatsache und bietet 18 Stücke für den Unterricht und für Aufführungen. Zu ihrer Umsetzung werden lediglich Objekte aus der Schultasche (Stift, Schere, Heft, Buch, Geld, Brotdose …) und Tische benötigt.
Auf je einer Doppelseite findet man links Wichtiges zu den benötigten Utensilien, Infos zu den Stücken, Hinweise und Tipps zur Erarbeitung, zum Ablauf sowie zu Erweiterungsmöglichkeiten. Rechts sind die Noten und einfache Fotos zu den zahlreichen Notationszeichen zu finden.
Das Heft beginnt mit einstimmigen Stücken und endet mit einem fünfstimmigen Sprech- und Klangchor, der schon einiges abverlangt. Viele Stücke sind mit – nicht sehr originellen – Texten versehen, die das Erarbeiten erleichtern sollen.
Im Gegensatz zu ähnlichen Publikationen bietet diese einen umfangreichen Einstieg zur Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Klangmöglichkeiten eines Gegenstandes. Hörübungen und verschiedene Spielformen führen die Schüler an das gemeinsame Musizieren heran. Dabei sollen sie auch immer wieder ‚Klangprotokolle‘ erstellen.
Auf der beigelegten Audio-CD findet man die notwendigen Hörübungen, die Gesamteinspielungen aller Stücke und Begleitgrooves.

Fazit: Wer mit dem Musizieren mit Alltagsgegenständen wenig Erfahrung hat, bekommt hier gute Anregungen für den Einstieg. Ansonsten erhält man 18 leicht umsetzbare und praxisorientierte Stücke für den Unterrichtsalltag.

Elmar Rinderer



Schul- Chorbuch Friedrich Neumann (Hrsg.)

Schul- Chorbuch


Schott, 2014

Ultraleicht, praxiserprobt, gleichstimmig – so lautet das Motto dieses neuen Chorbuches. Unter den 111 Arrangements und Originalkompositionen, die verschiedene Epochen und musikalische Genres abdecken findet sich viel Bekannt-Bewährtes: Den Einstieg bilden kurze Kanons und einfache zweistimmige Arrangements. In den folgenden Kapiteln findet sich eine Vielzahl praxistauglicher gleichstimmiger Sätze u. a. aus den Bereichen Volkslied, Folksong, Pop und Gospel/Spiritual. Erfreulich ist, dass sich neben altbewährten Songs auch einige Originalkompositionen u. a. von Andreas Mohr oder Bertrand Gröger in der Sammlung entdecken lassen, die neue Impulse setzen. Einige Stücke werden mit kurzen Begleitstimmen angeboten, die sich auch zum Klassenmusizieren eignen.
In der schulischen Chorpraxis stellt eine einfache Klavierbegleitung zur Einstudierung bzw. Begleitung des Chores eine große Hilfe dar. Die Entscheidung beim Schul-Chorbuch nur ausgewählte Arrangements mit Klaviersätzen abzudrucken ist hinsichtlich der umfänglichen Beschränkung („ultraleicht“) nachzuvollziehen. Schade jedoch, dass für den Chorleiter nicht wenigstens Satellitenmaterial mit Klaviersätzen aller enthaltenen Stücke angeboten wird. Dies wiegt umso schwerer, als viele Chorsätze gänzlich ohne Akkordbezeichnung abgedruckt sind.

Fazit: Das Schul-Chorbuch bietet Material für motivierende und abwechslungsreiche Schul- und Jugendchorarbeit. Ein vollständiger Abdruck von Klaviersätzen und Akkordbezeichnungen wäre jedoch wünschenswert gewesen.

Markus Detterbeck



Musik unterrichten Georg Biegholdt

Musik unterrichten


Klett & Kallmeyer, 2013

Es braucht viel Erfahrung und auch einigen Mut, um als einzelner Autor grundlegende Aspekte zum Musikunterricht so umfassend darzustellen. Ausgehend von der Qualität, den Bedingungen, Verhaltensweisen, Zielen und Inhalten des Musikunterrichts werden in weiteren Kapiteln u. a. Arbeitsformen und Methoden, Medieneinsatz und Leistungsbewertung des Musikunterrichts erörtert. Ein interessanter Abschnitt zur Unterrichtsplanung und Planung von Unterrichtsschritten bietet sicherlich insbesondere für Junglehrer gute, hilfreiche Anregungen.
Aufgrund der Breite der Themenfelder kann verständlicherweise vieles in dem Band nur kurz angesprochen werden. Prägend und bereichernd erscheint ein bisweilen sehr persönlich- kritischer Zugang des Autors, der vielen erfahrenen Lehrenden wohl aus dem Herzen spricht, etwa das Plädoyer für einen musizierpraktisch ausgerichteten, schülerzugewandten und binnendifferenzierten Musikunterricht, um den heterogenen Voraussetzungen innerhalb einer Schulklasse gerecht zu werden.
Wenngleich in vielen Passagen Erkenntnisse der erziehungswissenschaftlichen und musikpädagogischen Literatur einfließen, werden diese aufgrund fehlender Quellenangabe leider nur bedingt nachvollziehbar. Hilfreich für das Verständnis der grundlegenden Überlegungen sind die vielen konkreten Praxisbeispiele!

Fazit: Insbesondere für Referendare und Junglehrer bietet dieses Buch eine weit gefasste Zusammenschau zum schulischen Musikunterricht mit vielen anregenden Denkimpulsen.

Gerhard Sammer



Dialoge Bernhard Gritsch,
Gudrun Rottensteiner,
Manfred Rechberger

Der Hof
tanzt


Institut für Musikpädagogik, Graz, 2014

Die multimediale Publikation behandelt fünf ausgewählte höfische Tänze von der Renaissance bis zum Rokoko. Sie bietet Schülern ab der 7. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, Pavane, Galliarde, Menuett, Anglaise oder Quadrille zu erlernen und gleichzeitig Wissenswertes über die jeweilige Epoche zu erfahren.
Das praxisorientierte Heft überzeugt durch klar verständliche und illustrierte Tanzbeschreibungen. Interessantes Informationsmaterial zu geschichtlichen Hintergründen oder historischen Instrumenten ergänzt die einzelnen Kapitel sinnvoll und kann dank beigefügter DVD-ROM einfach per Beamer projiziert werden.
Außerdem finden sich zu allen Tänzen eigens arrangierte Instrumental- und Vokalsätze, die zum Musizieren einladen. Der unterschiedliche Schwierigkeitsgrad erlaubt es, differenziert auf die jeweilige Klassensituation einzugehen: Chorsätze werden z. B. in einer drei- und einer vierstimmigen Version abgedruckt. Das gesamte Notenmaterial steht zusätzlich auf der DVD zur Verfügung.
Alle Tonbeispiele wurden sowohl im Originaltempo als auch in einem etwas langsameren Übetempo eingespielt.
Ein weiteres Highlight stellen die Videoaufnahmen dar. Sie geben einen schnellen Eindruck der gesamten Choreografie. Bei schwierigeren Tänzen werden die einzelnen Schritte auch in langsamem Tempo mit eingespielter Zählzeit angeboten.

Fazit: Die multimediale Aufbereitung dieser höfischen Tänze erlaubt einen vielseitigen und abwechslungsreichen Einsatz im Unterricht – auch für ungeübte Tänzer.

Carolin Jank



Dialoge Juan M. V. Garcia

Head-
Arrangements

Singen mit Köpfchen Lieder ohne Noten mehrstimmig singen
Ferrimontana, 2013

In den letzten Jahren entstand in Deutschland eine Vielzahl neuer Popchöre. Damit einher ging die Nachfrage nach neuen Pop- und Rockarrangements. Juan M. V. Garcia – Arrangeur und Mitglied des renommierten Jazz-Vokalquartetts Klangbezirk – legt nun ein Buch vor, bei dem er Chören andere Wege anbietet.
Gemäß der Devise ‚Noten weg – Freude her‘ entwickelte er ein System, um „Schüler für mehrstimmigen Gesang zu begeistern, ohne auf die Notenschrift angewiesen zu sein.“ Damit will er die Aufmerksamkeit hin zum „Singen-Zuhören“ (Intonation, Vokalfärbung, Interpretation, Groove ...) lenken.
In der zweiteilig angelegten Publikation gibt Garcia zunächst viele Anregungen und Tipps aus seiner reichhaltigen Erfahrung als Arrangeur: Aufbau, Umgang mit Vokalen, Konsonanten und Vokaleffekten usw. Sehr hilfreich ist hier auch eine Schilderung einer exemplarischen Probe mit einem Head-Arrangement.
Der zweite Teil bietet eine Sammlung von gängigen Akkord-Progressionen von populären Songs wie Blowin’ in the wind, Chasing cars oder Stand by me. Diese Basic-Arrangements sind rhythmisch sehr einfach gehalten, werden dem Chor notenfrei vermittelt und führen in der Praxis schnell zu einem mehrstimmigen Singerlebnis. Aufbauend werden dann rhythmisch anspruchsvollere Backing-Vocals für einen Song entwickelt (Head-Arrangement).

Fazit: Für Popchöre ein lohnenswerter, neuer Zugang zu notenfreiem Singen. Unter versierter Anleitung in Teilen auch im engagierten Schulchor einsetzbar.

Markus Detterbeck



Dialoge Steffen Merkel

Cajon in
der Schule


Lugert, 2014

Die Cajon ist in zahlreichen Musikstilen zwischen Jazz, Pop, Folklore und Weltmusik fest etabliert. Zunehmend erlangt die flexibel einsetzbare Holzkiste aufgrund der robusten Bauweise, der geringen Kosten, der vielfältigen Klang- und Einsatzmöglichkeiten und der schnell erlernbaren Spielweise auch in musikpädagogischen Kontexten besondere Bedeutung. Die vorliegende Publikation des Perkussionisten Steffen Merkel widmet sich explizit dem schulischen Einsatz des Instruments.
Das Lehrkonzept beruht v. a. auf einer gut durchdachten, sukzessiv anspruchsvolleren musikpraktischen Anleitung. Es fokussiert wesentliche Aspekte des schulischen Cajoneinsatzes und umfasst u. a. spielerische Zugänge, Call-&-Response-Impulse sowie komplette Band-Arrangements in verschiedenen Schwierigkeitsgraden für das Klassenmusizieren und den Projektunterricht. Reproduktive und improvisatorische Aufgaben finden gleichermaßen Berücksichtigung, spezifische Herausforderungen schulischen Musikunterrichts (Gruppengröße, Ausstattung etc.) werden gewissenhaft mitbedacht.
Ergänzt werden die Spielanleitungen durch Sachinformationen, etwa zu Geschichte und Bauweise des Instruments, durch methodische Hinweise sowie durch Empfehlungen zum Kauf einer Cajon. Zur Illustration und Vertiefung dienen eine Audio-CD, eine DVD mit hilfreichen Video-Tutorials, zahlreiche Abbildungen und Textboxen sowie Internetlinks und weiterführende Buchempfehlungen.

Fazit: Das Wesentliche in Kürze – ein gelungenes und empfehlenswertes Werk!

Daniel Mark Eberhard



Dialoge Albert Kaul,
Jürgen Terhag

Improvisation


Schott, 2013

Erfreulich, dass die Thematik ,Improvisation‘ zuletzt immer wieder in den Fokus von musikdidaktischen Veröffentlichungen rückt und so mit einer zunehmenden Offenheit und Bereitschaft von Instrumental- und Musikpädagogen einhergeht, das kreative Potential der ihnen anvertrauten Schüler gezielt zu fördern.
Der vorliegende Band Improvisation mit dem Untertitel Elementare Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen richtet sich an eine sehr breite Zielgruppe – gleichermaßen an Instrumentallehrer und Musiklehrer aller Schularten und Altersgruppen – und will ausdrücklich (nur) einen Beitrag zum Einstieg in die Improvisationspraxis liefern.
Die auf jeweils einer Buchseite knapp skizzierten 46 Improvisationsmodelle werden einzelnen Bereichen zugeordnet: Grundlagen und erste Schritte, Improvisation eins zu eins (Einzelunterricht), Arbeit mit Kleingruppen, Arbeit mit Großgruppen und Erweiterungsmöglichkeiten. Die umfangreichen einleitenden Ausführungen zu den Kapiteln bieten für Einsteiger zahlreiche hilfreiche Impulse und Anregungen, überzeugen inhaltlich aber nicht in allen Passagen restlos und erscheinen etwas redundant.
Es bleibt dem Lehrenden überlassen, aus dem Mosaik an bisweilen interessanten Improvisationsideen ein Konzept für die Entwicklung von Kompetenzen in der jeweiligen Lerngruppe abzuleiten.

Fazit: Der Band ist mit Blick auf den schulischen Musikunterricht nur bedingt zu empfehlen, wenngleich er einige interessante Ideen und Anregungen zum Themenfeld Improvisation bietet.

Gerhard Sammer



Dialoge Siegfried Schmidt-Joos,
Wolf Kampmann

Das neue
rowohlt Rocklexikon 3.0

United Soft Media, 2013

Die Version 3.0 des Lexikons basiert zwar auf der bekannten zweibändigen Printausgabe, führt jedoch die Recherche- und Informationsmöglichkeiten auf ein weit höheres Level, als dies in Buchform möglich ist.
Bestandteil des Programms ist eine voluminöse Datenbank, die neben 180.000 Tonträgern aus allen Sparten (Rock/Pop, Folk, Jazz, Punk, Hip-Hop und Industrial) und 1.400 umfassenden Biografien auch 2,7 Millionen Track-Angaben beinhaltet. Zusätzlich finden sich 150.000 Abbildungen von CD- bzw. Plattencovern. Wem die 100.000 offline abrufbaren Hörbeispiele zu den ca. 66.000 Interpreten noch nicht ausreichen, dem erschließen sich online über die Website www.musicline.de weitere 2,1 Millionen Songausschnitte.
Für den Einsatz im Musikunterricht erweist sich als besonders praktikabel, dass sowohl online als auch offline gefundene Musik in eigenen Alben sortiert und eigenständig verwaltet werden kann.
Der Umgang mit der Software und die Navigation innerhalb des Programms sind auch für Ungeübte selbsterklärend und nachvollziehbar. Allerdings funktioniert der zusätzlich angebotene synchronisierte Zugang zu Youtube.com mit integrierter Preview-Anzeige wohl aufgrund des dynamischen Contents der Plattform nicht immer reibungslos, sodass zuweilen unpassende Suchergebnisse auftauchen.

Fazit: Das neue rowohlt Rocklexikon 3.0 liefert dem Interessierten eine unüberschaubare Fülle an kurzweilig und unterhaltsam aufbereiteten Informationen rund um 50 Jahre populäre Musik und ihre Kultur.

Georg Alkofer



Dialoge Albert Claßen

Classroom- Management

im inklusiven Klassenzimmer
Verlag an der Ruhr, 2013

„Der Gedanke an Inklusion versetzt viele in Sorge: Was tun, wenn Verhaltensauffälligkeiten einzelner Schüler den Unterricht plötzlich maßgeblich beeinträchtigen?“
Diese Frage dient als Ausgangspunkt für das vorliegende Handbuch und erscheint wohl auch für so manchen Musiklehrer im Unterrichtsalltag relevant. Der Autor und erfahrene Schulleiter betont aber, dass erfolgreiche Lösungswege nicht an der Klassentür enden und Patentrezepte für pädagogische Einzelkämpfer bedeuten, sondern das Gesamtsystem Schule einbeziehen. Zentralen Bezugspunkt bildet das ‚Trainingsraumprogramm‘, dessen Maxime das Recht auf ungestörten Unterricht ist.
Der Begriff Inklusion ist in Verbindung mit Musikunterricht erst seit kurzem vermehrt in den Fokus gerückt und beinhaltet ein breites Feld, von der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis zur inklusiven Erziehung sämtlicher Schüler. Das Buch widmet sich einerseits grundsätzlichen Infos zur inklusiven Erziehung, der Schaffung eines inklusionsadäquaten Klassenklimas und Extremfällen in der inklusiven Erziehung, andererseits vermittelt es generelle Hinweise zur Prävention von Unterrichtsstörungen und Optionen zur Erweiterung des pädagogischen Handlungsrahmens.

Fazit: Das interessante Buch lebt von der Perspektive des Autors als erfahrener Praktiker und bietet nicht nur für (Musik-)Lehrer an einer inklusiven Schule eine Reihe von Infos und Tipps, sondern zeigt auf, dass alle Schüler von inklusivem Unterricht profitieren könn(t)en.

Gerhard Sammer



Dialoge Oliver Gies,
Bertrand Gröger

33 neue Kanons


Schott, 2013

Kanons mit ihrer polyfonen Satzkunst haben Komponisten seit jeher fasziniert, man denke z. B. an die lebensfrohen und zuweilen frivolen Kanons von W. A. Mozart oder H. Purcell. Kanons sind vielseitig: Man kann sie in den verschiedensten Situationen flexibel einsetzen, mit mehr oder weniger Stimmgruppen gestalten …
Es lässt aufhorchen, wenn Oliver Gies (Leiter des Popensembles Maybebop, Hannover) und Bertrand Gröger (Leiter des Jazzchor Freiburg) erstmals ihre kreativen Kräfte zusammenspannen und ein gemeinsames Heft herausgeben. Enthalten sind 33 neue in deutscher Sprache verfasste Kanons, die eine breite Themenvielfalt abdecken. So finden sich neben dem Chor der Müllabfuhr (Text von Heinz Erhardt), ein Fußballspiel ( Toooor!), das lustige Wortspiel Lenin und Marx, die Hommage an 007 geschüttelt, nie gerührt oder die Erlebnisse auf dem Weg zur Oper.
Die Kanons bieten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und erfordern z. T. rhythmisch und harmonisch sichere Sänger. Zu jeder Kanonmelodie werden zusätzlich vielfältige Gestaltungsoptionen angeboten: Zusatzstimmen, Vocussion-Patterns, Begleitmöglichkeiten usw. So kann aus einem kleinen Kanon ein aufführungsfähiges Stück werden.

Fazit: Die Kanons stellen in der Verwendung als Warm-ups, Übungsstücke oder Konzert-Zugaben eine Repertoirebereicherung insbesondere für (ambitionierte Schul-)Chöre dar. Einige Kanons sind auch für das Singen in der Klasse geeignet und können dort als Herausforderung zu neuen Singerlebnissen führen.

Markus Detterbeck



Dialoge Hubert Cramer

Sing & Rap

- die Rap-Werkstatt
Lugert, 2013

Die Rap-Werkstatt liefert für Lehrkräfte wie für Lernende ab Klasse 5 einen Materialpool rund um das Thema ‚Sprache und Rhythmus‘. Die Arbeit mit dem Baukasten soll nicht einem chronologischen Muster folgen müssen, Schwerpunkte setzt der Lehrer. Von einer Einführung zu Notenwerten und Pausen über Recherchen im Internet bis hin zur praktischen Umsetzung einer Eigenproduktion an Instrumenten reicht die Qual der Wahl. Die Klasse arbeitet mit einem farbig illustrierten Schülerheft, welches als Portfolio zu führen ist.
Das Lehrmittel kann über mehrere Wochen hinweg der rote Faden zum projektartigen Unterricht sein oder auch einfach ein kurzer Abstecher in die Thematik.
Im Vordergrund steht die Förderung der Kreativität, denn die Klasse soll als Ziel der Unterrichtseinheit einen eigenen Text zu einem weitgehend fertigen Rap-Song gestalten. Die fünf verschiedenen Playbacks auf CD ermöglichen unterschiedliche Zugänge dazu.
Eine Orientierung zwischen Lehrerband und Schülerheft fällt wegen spärlicher Vernetzung etwas schwierig aus. Die Werkstatt Sing & Rap verlangt von der Lehrkraft eine sorgfältige Planung, einen großen Betreuungsaufwand und eine gute Übersicht. Der Schwierigkeitsgrad und die Verständlichkeit der Aufgaben variieren stark und setzen bisweilen gute musikalische Kenntnisse voraus.

Fazit: Obwohl die beiden Hefte kein Garant für den auf der Titelseite versprochenen „schnellen Weg zum eigenen Rap“ sind, ermöglichen sie einen vielseitigen Zugang dazu.

Marc Marchon



Dialoge Doris Engel

Spiele zur
Unterrichtsgestaltung
– Musik

Verlag an der Ruhr, 2013

Die 86-seitige Kopiervorlagensammlung im schlichten Schwarzweiß-Look hält für den Musiklehrer reichhaltiges und modular einsetzbares Unterrichtsmaterial bereit. Die Bandbreite der Spielformen und Inhalte ist groß: Da gibt es eher kindlich aufbereitete Notengeheimschriften, eine Komponisten-Schmiede mit praktischen Musizierelementen, niveauvolle Logicals für Knobel-Asse, das Quiz Wer wird Musizionär und vieles mehr. Dabei werden ganz unterschiedliche Kompetenzen lustvoll gefördert.
Das Material für jede Sequenz (10 bis 45 Minuten) ist zweiteilig angelegt. Auf der Lehrerseite werden Thema, Lernziele, Spieldauer, Sozialform und Altersgruppe benannt, die Kopiervorlagen sind für die Schüler bestimmt. Sämtliche Anleitungstexte sind klar und kompetent formuliert, während die Reflexionsanregungen nicht immer fantasievoll wirken.
Für eine noch praktikablere Handhabung wären eine Erklärung der vorkommenden Icons sowie eine zentrale Übersichtstafel mit allen Spielen und Parametern (Thema, Dauer etc.) hilfreich gewesen. Auch die Strukturierung des Buches nach Einzelthemen und Jahrgangsübergreifenden Themen ist nicht restlos einleuchtend, denn bei den Einzelthemen gibt es ebenfalls Zielgruppen-Altersspannen von bis zu fünf Jahren.

Fazit: Die Spiele zur Unterrichtsgestaltung bieten dem Musiklehrer – gerade auch für Vertretungsstunden – ein ganzes Füllhorn an sofort einsetzbaren Praxismaterialien für abwechslungsreichen Spiel- und Rätselspaß von der 5. bis zur 13. Jahrgangsstufe.

Matthias Rinderle



Dialoge Christian Bielefeldt,
Marc Pendzich

Popgeschichte

Oberstufe Musik
Lugert/Cornelsen, 2012

Themenhefte zur Geschichte der Populären Musik bieten didaktisch aufbereitetes Wissen zu stilbezogenen und außermusikalischen Aspekten einschlägiger Stilformen von den historischen Wurzeln bis ins 20./21. Jahrhundert. Dieses „Arbeitsheft für den Musikunterricht in der Sekundarstufe II an allgemein bildenden Schulen“ folgt konzeptionell der bewährten Tradition.
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt – ausgehend von begrifflichen und historischen Grundlagen – auf stilistischen Hauptentwicklungen der Populären Musik und der jeweils engen Verbindung zur Zeit- und Mediengeschichte. Darüber hinaus werden außermusikalische Phänomene wie ‚Popmusik als Provokation‘, Starkult, Castingshows sowie soziologisch-mediale Beeinflussungen beleuchtet. Zwei eher musikpraktisch fokussierte Kapitel widmen sich den Stilen Hip-Hop und House.
Dem Anspruch an die Oberstufe folgend überwiegt der Textanteil in dem ansprechend illustrierten Heft. Die Arbeitsaufträge zielen v. a. auf die Umgangsweisen Reflexion und Rezeption ab, geben aber auch mehrfach Anlass zur musikpraktisch-kreativen Auseinandersetzung. Hilfreich ergänzt werden die Kapitel durch Zeittafeln und Übersichten, Notenmaterial sowie eine Hybrid-CD mit Hörbeispielen und weiteren Materialien.

Fazit: Auch wenn sich das Themenheft erneut ‚Klassikern‘ der Populären Musik widmet, bietet es einen reichhaltigen Fundus an informativem Inhalt und didaktischen Hilfestellungen zum komplexen Gegenstand ‚Populäre Musik‘.

Daniel Mark Eberhard



Dialoge Daniel Giordani

Das Rhythmusorakel

Eine alternative Trommel- und Rhythmusschule
Fidula, 2012

Der Infotext am Backcover steckt die Erwartungshaltung überaus hoch: „Dieses Werk bietet allen rhythmushungrigen Menschen eine neue und einzigartige Methode, das Trommeln zu erlernen, das eigene Rhythmusgefühl zu schulen und in der Gruppe umzusetzen.“ In der Tat sind die entwickelten Hilfestellungen zum Umsetzen und Erfinden von Rhythmen methodisch geschickt konzipiert und im Buch sehr systematisch in einer Art Rhythmuslehrgang umgesetzt.
Das Buch mit 148 Seiten und CD wird dazu mit kartonierten Spielmaterialien ausgeliefert (Schablonen und Rhythmusbausteine). Zwei unterschiedliche Visualisierungen dienen als Grundlage: Die Pulsation wird zum einen anhand eines Kreises verdeutlicht, zum anderen in linearer Darstellung. Ausgehend von einfachen Patterns können in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad Rhythmen erarbeitet werden.
Ergänzend thematisiert der musikethnologisch erfahrene Percussion-Pädagoge allgemeine Aspekte zur Rhythmusarbeit. Von besonderer Qualität für den schulischen Musikunterricht sind die Impulse für eine eigenständige, kreative Annäherung sowie die praxistauglichen Tipps für die Arbeit in der Gruppe.

Fazit: Wenngleich das Buch nicht dem Anspruch einer einzigartigen Methode gerecht werden kann, so ist es doch bereichernd und bietet gute, systematisch durchdachte Impulse für die Rhythmusarbeit im schulischen Musikunterricht.

Gerhard Sammer



Dialoge Rudolf Nykrin

Basiswissen Musik

Klasse 5-10
Schott/Klett, 2013

Ein Musikbuch für alle allgemeinbildenden Schulen, das „einfach alles, was man über Musik wissen muss“, beinhaltet? Die kurze Einführung relativiert: Konzipiert ist es als Begleitlektüre für den Musikunterricht (ab Jgst. 7) sowie für das Selbststudium der Schüler. Es gliedert sich in die Kapitel Grundlagen des Hörens, Musiklehre, Formenlehre, musikalische Gestaltung von Sprache, Entwicklung der Musik, Jazz-Rock-Pop, Stimme und Instrumente sowie Musik im Zeitalter der Massenmedien.
Das inhaltliche Spektrum reicht weit über die Vermittlung musikalischen und musikbezogenen Grundlagenwissens hinaus. So bieten sog. ‚Wissensfelder‘ und ‚Lernhilfen‘ in Verbindung mit 58 Hörbeispielen und 54 PDF-Dateien (Begleitmaterial, Noten, Arbeitsblätter und Lösungen) auf der mitgelieferten CD-ROM zahlreiche Handlungs-, Erfahrungs- und Vertiefungsimpulse.
Der Anspruch einer schularten- sowie jahrgangsübergreifenden Eignung ist zwiespältig: Die Themenbandbreite ermuntert sicherlich zur eigenständigen Auseinandersetzung seitens der Schüler, zudem lassen sich im Unterricht jahrgangsübergreifend schnell Grundlagen nachschlagen. Schülerorientierte Themen wie ‚Rock/Pop‘ oder ‚Musik im Zeitalter der Massenmedien‘ fallen jedoch zu spärlich aus, während Musiktheorie und Musikgeschichte überdeutlich dominieren.

Fazit: Insgesamt erscheint das reich illustrierte Buch als Begleitlektüre empfehlenswert. Zu beachten sind jedoch Lehrplan- und Schulformkompatibilität sowie die unterschiedliche Eignung der Kapitel.

Daniel Mark Eberhard



Dialoge Hans Günther Bastian

Musik(v)erziehung –
Denkimpulse


Wißner, 2012

Mit diesem Buch wird posthum eine umfangreiche Sammlung von Gedanken – Thesen – Aphorismen – Metaphern – Bonmots (so der Untertitel) aus Forschungsprojekten und Publikationen der Koryphäe Hans Günther Bastian vorgelegt. Das „etwas andere Sach- und Lesebuch“ greift fachkritisch und unterhaltsam Facetten der heutigen Musikerziehung auf. Lineares Lesen wird hierbei nicht erwartet, vielmehr wird man zum Blättern, Schmökern und Verweilen verführt und lässt sich von den scharf geschliffenen Texten zum Weiterdenken anregen.
Der Autor hat die Textschnipsel thematisch geordnet und dabei einen weiten Bogen gespannt: vom Wesen und der Wirkung von Musik über musikpädagogische Aspekte des gesellschaftlichen Lebens heute, Musikschule, Schulmusik und universitäre musikpädagogische Ausbildung bis hin zu Fragen musikalischer Begabung und deren Förderung durch die öffentliche Hand. Dabei werden Wirklichkeiten aufgezeigt, Missstände angeprangert, Tatsachen bestätigt, Widersprüche aufgedeckt, Ungereimtheiten ans Licht gebracht und Gewohnheiten in Frage gestellt.

Fazit: Das Buch möge den musikpädagogisch Interessierten nicht nur als Sammlung gelehrter Texte, sondern vor allem „zum Amüsement und zur Entspannung dienen, aber auch zur Anregung und Provokation, in summa mit der Aussicht auf musikfachliche Bildung, ohne belehrender Attitüde aufzusitzen“. Dazu dienen nicht nur die ausgefeilten und nachdenklich stimmenden Textzitate, sondern auch die in den Text gestreuten mit spitzer Feder gezeichneten Cartoons.

Thomas Neuhold



Dialoge Kurt Suttner u. a. (Hrsg.)

Chor aktuell 2


Bosse, 2012

Der lang ersehnte Nachfolger des erfolgreichen Chor aktuell 1 beinhaltet auf 192 Seiten 66 Kompositionen und Arrangements zu den Themenkreisen ‚Weltliche Chormusik‘, ‚Geistliche Chormusik‘, ‚Weihnachten‘ und ‚Spiritual- Rock-Pop‘. Das Chorbuch bietet eine gelungene Mischung aus originaler historischer Chormusik, interessanten Arrangements von bekannten Titeln und ganz neuen Chorstücken. Die Autorenriege liest sich wie das ‚Who is who‘ der Chormusik und es macht Freude, die musikalischen Kleinode aus unterschiedlichen Epochen zu entdecken.
Für die Advents- und Weihnachtszeit finden sich hier ebenso ansprechende Bearbeitungen wie in der Gospel- und Spiritual-Abteilung. Im Pop-Bereich hat Stefan Kalmer (einer der zwei neu hinzugekommenen Herausgeber) kräftig zugelangt und Stücke integriert, die von ihrer Schwierigkeit her in Chor aktuell 1 noch nicht denkbar gewesen wären. Gerade in diesem Bereich hat sich seit dem ersten Band viel getan und Veröffentlichungen aus anderen Verlagen waren hier wohl maßgeblich daran beteiligt. Leichte Kost ist das nicht und bei einigen Titeln benötigt man sicher nicht nur einen engagierten Chor, sondern auch einen höchst motivierten und in der Popchorleitung erfahrenen Lehrer.

Fazit: Eine ansprechende Sammlung, die als Ergänzung des Chorrepertoires in keinem Notenschrank fehlen sollte. Sicher kein ‚Aufschlagen-und-Lossingen-Buch‘, aber dennoch lohnenswerte Werke für ambitionierte Schul- und engagierte Jugendchöre.

Thorsten Weber



Dialoge

O-Ton (Band 1 und 2)

Arbeitsbücher für den Musikunterricht in der Sekundarstufe I
Schöningh, 2011/2012

Das Lehrwerk O-Ton 1 (5./6. Klasse) und O-Ton 2 (7. – 10. Klasse) besteht aus zwei Schüler- und Lehrerbänden sowie Medienpaketen, die Hörbeispiele, einige wenige Arbeitsblätter und Filmausschnitte enthalten.
Vor dem Hintergrund eines „Integrierenden Musikunterrichts“ arbeiten die Autoren mit Infoboxen, Recherchehinweisen und Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Das Layout besticht durch sehr ansprechendes – wenn auch inkonsequent beschriftetes – Bildmaterial. Eine interessante Ergänzung stellen die „O-Töne“ dar: kurzweilige Interviews mit ausgewählten Personen in Ton und Schrift.
Dem Anspruch „traditionelle Formen des Lernens mit zukunftsweisenden Schlüsselkompetenzen“ zu verknüpfen wird O-Ton u. a. durch die Rubrik „Werkzeugkasten“ gerecht, die Arbeitstechniken in Rhetorik, Analyse oder Medienkompetenz vermittelt.
Leider fehlt oft der direkte Bezug zum Notentext – das Thema Musiktheater verzichtet gar gänzlich auf Noten. Auch epochentypische Merkmale oder Entstehungshintergründe von Werken sind dünn gesät.
Der Lehrerband bietet hilfreiche Anregungen und Kopiervorlagen und lässt dennoch viel Gestaltungsspielraum.

Fazit: O-Ton überzeugt durch einen fächerübergreifenden, handlungs- und schülerorientierten Ansatz. Die attraktive Werkauswahl und die differenzierten Aufgaben versprechen Abwechslung.

Carolin Jank



Dialoge

Das große

Metzler Musiklexikon


United Soft Media/Metzler & Poeschel, 2012

Das umfassende Nachschlagewerk auf DVD-ROM (nur für PC) bietet neben herkömmlichen Suchmöglichkeiten (Schlagwörter, alphabetisches Stichwort-Register) eine multimediale Zeitleiste („Chronik“) von der Antike bis zur Gegenwart, die Zusammenhänge zwischen Epochen, geografischen Räumen, Komponisten und Ereignissen herstellt. Als ,Schmankerl‘ ist die interaktive Orchesterprobe mit klingender Partitur und anklickbarer Orchestergrafik gedacht; die Sound-Samples klingen jedoch arg synthetisch. Ganz anders ist das bei den zahlreichen qualitätvollen Musikbeispielen, die weite Teile der etwa 10.000 Sachartikel und 260 Komponisten-Portraits akustisch untermalen. Auch die über 2.500 Bilder wirken wohltuend jedweder ,lexikalischen Trockenheit‘ entgegen.
Eine verfeinerte Suche erlaubt den schnellen Zugriff auf Inhalte mit Tonbeispielen oder Bildern. Innerhalb eines Kapitels kann der User zudem zwischen Werken, Ausgaben, Schriften und weiterführender Literatur navigieren. In den Texten sind zahlreiche Querverweise verlinkt, was ein rasches Springen zwischen (verwandten) Themengebieten ermöglicht. Mit Hilfe einer Verlauf-Funktion können Artikel einer Sitzung rasch wieder aufgerufen werden, mit Lesezeichen markierte Inhalte auch noch danach.

Fazit: Das große Metzler Musiklexikon 4.0 überzeugt durch intuitive Steuerung und ,kontextualisierte‘ Materialfülle; das Design könnte eine Spur moderner sein.

Matthias Rinderle



Dialoge

Friedrich Neumann, Stefan Sell

Schul-Liederbuch


Petra Hügel

Schul-Liederbuch – Lehrerband


Schott, 2011/2012

Das Schul-Liederbuch wartet mit 345 Titeln aus zahlreichen Kulturen und Genres auf. Aktuelle Chart-Hits und Songs aus Jazz, Folk und Musical kommen ebenso zum Zuge wie Kinder- und Volkslieder, politische Lieder, traditionelle Choräle und Kanons. Außer den standardmäßigen Akkordsymbolen und Gitarrengriffbildern sind zu vielen Liedern die prägenden Grooves und Riffs als Begleitsätze ausnotiert. Anpassungen in Tonart und Rhythmus zeugen von hoher Sensibilität der Herausgeber für die Balance aus Originaltreue und Umsetzbarkeit. Die gut recherchierten Infoboxen runden das Bild ab.
Der Lehrerband knüpft an den praktischen Erfahrungen mit ausgewählten Liedern an, um Aspekte der allgemeinen Musiklehre in separaten Unterrichtsbausteinen zu vertiefen. Dieser vorwiegend auf populärer Musik basierende Ansatz, der effiziente Übungen mit experimentellen Aktivitäten vereint, hilft den Schülern, sich mit musikalischen Strukturen vielschichtig auseinanderzusetzen und deren Wirkungsfelder zu ergründen. Dank einer sehr transparenten Kapitelstruktur und inspirierenden Arbeitsblättern ist den Lehrenden ein flexibel einsetzbares Theorie- und Praxisheft an die Hand gegeben.

Fazit: Das Schul-Liederbuch ist ein echter Schatz. Beide Bände plus Playback-CD ergeben ein sehr empfehlenswertes Paket für den Musikunterricht und darüber hinaus.

Robert Lang



Dialoge

Jürgen Terhag,
Jörn Kalle Winter


Live-
Arrangement

Vom Pattern zur Performance
Schott, 2011

Die Methodik des Live-Arrangements ist ein probates Mittel, um den herausfordernden Rahmenbedingungen des Musikunterrichts in Bezug auf Raum, Ausstattung, heterogene Lerngruppen etc. musikalisch und musikpädagogisch zu begegnen. Live-Arrangements ermöglichen lebendiges, spontanes und zielgruppengerechtes Musizieren mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und bieten sich auch für den außerschulischen Einsatz an.
Die vorliegende Publikation zielt auf die Vermittlung von Kompetenzen für die Entwicklung und Anleitung von Live-Arrangements. Ausgehend von grundsätzlichen didaktischen Überlegungen geben die Autoren ausführliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Konzepts, zu spezifischen Fragen des Umgangs mit Bandinstrumentarium und der Arbeit mit Vokalgruppen sowie zur adäquaten Erarbeitung ausgewählter gängiger Stile der populären Musik. Die aufgeführten Praxisbeispiele überzeugen methodisch durchwegs, sind lebendig und ganzheitlich konzipiert, verständlich beschrieben und hilfreich illustriert. Zu allen Beispielen sind die jeweiligen Zielsetzungen und Zielgruppenempfehlungen (z. B. Schulklasse, Chor, Bigband, Orchester) angegeben, zudem werden die jeweils akzentuierten Lernbereichen (z. B. Singen, Hören) angegeben.
Ein 16-seitiges Glossar, eine Literaturliste sowie eine DVD mit Videobeispielen runden die Publikation ab.

Fazit: ein gelungenes Muss für alle Musikpädagogen, die sich der zeitgemäßen Herausforderung des differenzierten Umgangs mit heterogenen Lerngruppen stellen wollen.

Daniel Mark Eberhard



Dialoge

Martina Freytag

Chorleitung

effizient und lebensnah
Bosse, 2011

In der vorliegenden Publikation gibt die erfahrene Chorleiterin und Gesangspädagogin Tipps in den Bereichen Chorleitung, Planung und Organisation von Chorarbeit sowie Kommunikation im und mit dem Chor. Dabei geht es um das vielgestaltige Wirken des Chorleiters im weitesten Sinne. So setzt sich die Autorin im ersten Teil zunächst ausführlich mit dem vielschichtigen Beziehungsgeflecht der Chorsänger untereinander bzw. mit dem Chorleiter auseinander: Die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich mit „Kommunikation als Schlüssel verständlicher Chorarbeit“ und „Energie im Chor als Quelle einer positiven Leistungsentwicklung“.
Konkreter wird es dann im zweiten Teil „Die Chorleitung und ihre Kompetenzen“. Hier werden persönliche Ambitionen des Chorleiters, Ziele für die chorische Entwicklung, Effektivierung der Chorarbeit, Repertoire, die Planung von Chorarbeit, Konzerten usw. reflektiert. Besonders hilfreich sind dabei ausführliche Checklisten zur Konzertvorbereitung und Fragebögen, die zur Einschätzung der Stärken und Schwächen des Chores dienen. Dabei geht es neben den musikalischen Fähigkeiten auch um die Bewertung von stimmlichen und menschlichen Qualitäten. So kann der aktuelle Leistungsstand des Chores eingeschätzt und daraus weitere Handlungsschritte entwickelt werden.

Fazit: Das Buch bietet eine Fülle von Aspekten rund um das Thema Chorleitung, bei der aber manches etwas unübersichtlich und redundant erscheint. Einige Überlegungen und konkrete Tipps sind auch für die Arbeit in Schul- oder Jugendchören hilfreich.

Markus Detterbeck



Dialoge

Isolde Malmberg

Projektmethode
und Musikunterricht


LIT, 2012

Die vorliegende Doktorarbeit widmet sich auf 387 Seiten den „didaktischmethodischen Perspektiven der Projektmethode für Lehr- und Lernprozesse im Musikunterricht“. In einer terminologischen Einführung verdeutlicht die Autorin die Breite des Begriffsfeldes ,Projekt‘ in verschiedenen Kontexten, bevor sie die Projektmethode in den Fokus rückt. Dies geschieht mit Blick auf Schule und Lernen sowohl ganz allgemein, als auch insbesondere auf das Fach Musik bezogen. Dabei stellt die Autorin praxisrelevante Leitfragen: Wo liegen Chancen für gelingendes und bildendes Durchführen von Projekten gerade im Musikunterricht? Wie können Musiklehrer potenziellen Problemen entgegenwirken? Welche sind die spezifischen Bedingungen der Projektmethode im schulischen Musikunterricht?
Im zweiten Buchteil untersucht die Autorin exemplarisch sieben konkrete Schulprojekte im Fach Musik. Von besonderem Interesse erscheint dabei die Skizzierung eines prototypischen Projektverlaufs: von der Zeit vor dem Projekt, der Projektinitiative über die Projektskizze und Projektdurchführung bis zur Evaluierung und Verknüpfung mit dem nachfolgenden Unterricht.
Ein dritter Buchabschnitt widmet sich schließlich intensiv der Bedeutung von Rollen in Projekten und dem Umgang mit der Leistungsbewertung.

Fazit: Trotz der wissenschaftlichen Ausrichtung bietet die Veröffentlichung auch für den reflektierenden Praktiker viele Tipps zum projektorientierten Lernen im Musikunterricht.

Gerhard Sammer



Dialoge

Johannes Steiner

Klavierpraxis
im Musikunterricht

Analysen zum Musizieren mit Schulklassen
Wissner, 2012

Die vorliegende Dissertation widmet sich auf übersichtlichen 205 Seiten dem wohl wichtigsten Demonstrations-, Begleit- und Interaktionsinstrument des Musiklehrers. Dabei richtet der Autor den Fokus auf allgemeinbildende höhere Schulen in Österreich.
Drei verschiedene Blickwinkel strukturieren die Arbeit: Die Kapitel 1 und 2 schaffen einen soliden theoretisch- terminologischen Unterbau, die Kapitel 3 bis 7 geben eine detaillierte, nach Stilen sortierte Übersicht über populäre Klavier-Begleitmodelle aus Vergangenheit und Gegenwart, die Kapitel 8 bis 10 runden die Untersuchung durch die Befragung österreichischer Musikerzieher und Hochschuldozenten zur Bedeutung der Klavierpraxis im Unterricht empirisch ab.
Besonders gelungen wirkt der Hauptteil (Kapitel 3 bis 7), der für Schüler attraktive Stile wie Blues, Soul, Latin oder Rock behandelt. Dabei bietet der Autor nicht nur informative inhaltliche Einführungen, sondern v. a. gut nachvollziehbare Praxisanleitungen mit reichlich Notenmaterial, die sich für unterschiedliche spieltechnische Niveaustufen eignen. Überdies findet der Leser 31 konkrete Songbeispiele zur praktischen Umsetzung der Begleitmodelle von Barrelhouse Welch (1926) bis Robbie Williams (2003). Allerdings ist die Bezeichnung ,Tonbeispiele‘, die man „online bei diversen Musikdiensten“ abrufen könne, etwas irreführend.

Fazit: eine erfrischend praxisorientierte wissenschaftliche Arbeit, die als Nachschlagewerk für stiltypische Klaviermodelle vielfältig einsetzbar ist.

Matthias Rinderle



Dialoge

Werner Rizzi

Start-ups 3

Patterns – Grooves – Kanons für Stimmen und Instrumente
Fidula, 2011

Ähnlich wie die beiden ersten Hefte der Reihe bietet Start-ups 3 Sing- und Spielmaterial für variable Besetzungen und Situationen. Unter den 34 Titel finden sich neben kurzen Chants für Chor und Klasse zahlreiche Kanons zum Sprechen oder Singen. Die Themen reichen dabei von Begrüßung und Abschied bis zu Geburtstag; es gibt aber auch Stücke mit geistlichem Inhalt. Stilistisch spannt die Sammlung einen Bogen von H. Purcell und G. F. Händel über Deep Purple bis zu freitonalen Klängen.
Viele Stücke können im Rahmen einer chorischen Stimmbildung sinnvoll genutzt werden. Darüber hinaus greifen zahlreiche Start-ups rhythmische Muster bzw. stiltypische Besonderheiten auf und eignen sich so bestens zur gezielten Vorbereitung bestimmter Aspekte des Chor-Repertoires: Der kurze, meist ostinate Charakter der Stücke ermöglicht dabei ein zielgerichtetes und vertieftes Üben an Groove, Stilistik, Intonation, Polymetrik oder Artikulation.
Erfreulich ist, dass die Auswahl der Stücke nach stimmbildnerischen Gesichtspunkten erfolgte und z. B. Singlage und Ambitus von Kinder- und Jugendstimmen berücksichtigt. Wo dies nicht der Fall ist (z. B. bei Bassstimmen), können Instrumente ergänzend oder alternativ Stimmen übernehmen. Die Einleitung sowie kurze Kommentare zu den einzelnen Stücken bieten methodische Hinweise und Tipps für einen kreativen Umgang.

Fazit: eine Fundgrube mit zahlreichen praxisnahen Stücken, die bestens für den Musikunterricht oder die Arbeit mit Schul- und Jugendchören geeignet sind.

Markus Detterbeck



Dialoge

Claudia Schott

Die schnelle Stunde –
Musik

19 originelle Unterrichtsstunden ganz ohne Vorbereitung
Auer, 2012

Diese Situation kennt jeder Kollege: Spontan und ohne hilfreiches Material eine Vertretungsstunde halten. Genau hier setzt Die schnelle Stunde – Musik an: Knapp 20 Unterrichtstunden – in die Bereiche Rhythmik, Notenlehre, Instrumentenkunde, Musikstile und ,Legenden der Musikgeschichte‘ unterteilt – bieten eine pragmatische Alternative zu Filmvorführungen oder Kopfrechenmarathons.
Es wird nämlich mehrfach betont, dass auch fachfremd eingesetzte Lehrer von den angebotenen Unterrichtsideen profitieren. Es ist allerdings fragwürdig, ob die praktisch orientierten und/oder auf Notenschrift basierenden (Musik-)Stunden ohne grundlegende Fachkenntnisse kompetent durchführbar sind. Auch der Hinweis „Informieren Sie sich, während die Schüler das Quiz bearbeiten“ erscheint wenig hilfreich.
Dennoch handelt es sich bei allen Stunden um kenntnisreich erarbeitete und abwechslungsreiche Konzepte, die den Schülern spielerische Arbeitsformen wie Instrumenten-Memory oder Rhythmus-Puzzle zu verschiedenen Themen ermöglichen. Allerdings sollte jeder reflektiert entscheiden, ob sich die recht pauschal gehaltenen Angaben zu Jahrgangsstufe und Arbeitszeit (z. B. Mozart-Biografie- Puzzle / 5. – 10. Klasse /45 Minuten) auf die eigene Lerngruppe übertragen lassen.

Fazit: Der übersichtliche Aufbau der Stunden und die anregenden Arbeitsblätter ermöglichen – dem Musiklehrer! – die angepriesene kurze Vorbereitungszeit. Fachfremd Unterrichtende werden jedoch in aller Regel überfordert sein.

Carolin Jank



Dialoge

Rudolf Nykrin u. a. (Hg.)

Oberstufe

Spielpläne


Klett, 2011

Die Spielpläne, eines der meistverwendeten deutschen Schulwerke, liegen in der aktualisierten Fassung nun auch für die Oberstufe des Gymnasiums vor. Der über 400-seitige, teils engbedruckte Band stellt umfangreichste Materialien und Informationen zu fast allen Facetten der (Schul)Musik zur Verfügung. Es wird dabei Wert auf eine schülerbezogene Vermischung unterschiedlicher Musikrichtungen gelegt, sodass grundlegende musikalische Phänomene an verschiedensten Stilrichtungen aufgezeigt werden. Musikalische Analyse stellt dabei fast immer die zentrale Zugangsweise dar. Diese in sich stimmige Methode lässt allerdings wenig Freiräume für andere methodische Zugänge. Die wenigen Praxisergänzungen zu den Kapiteln richten sich dann auch eher an musikalisch versierte Schüler als an allgemeinbildende Klassen.
Angeboten wird ein CD-Set mit genau auf das Buch zugeschnittenen Aufnahmen, aber keine weiteren Medien, z. B. in Form von interaktiven Lernspielen oder Videosequenzen. Es können aber mit Hilfe von Links auf die Klett-Homepage zahlreiche Arbeitsblätter, Quellentexte und Notenbeispiele frei zugänglich heruntergeladen werden. Auch Stoffverteilungspläne für die Lehrpläne der einzelnen Bundesländer sind verfügbar.

Fazit: Das Schulbuch stellt äußerst umfangreiche Materialien zur Verfügung, im Schulunterricht können dabei aber exemplarisches Lernen und die Übersicht verloren gehen. Es empfiehlt sich daher vor allem als Kompendium für Kurse, die sich auf das Abitur vorbereiten.

Markus Böhm



Dialoge

Michael Betzner-Brandt

Singen ohne Noten

Chor
kreativ


Bosse Verlag, 2011

„Jeder, der sprechen kann, kann auch singen.“, so Michael Betzner-Brand. Dazu greift das Konzept Chor kreativ unter anderem auf die Ideen des ‚Circle Singing‘ oder experimenteller Chormusik zurück: Ohne Noten sollen auch komplexere Stücke entstehen, wobei z. B. mit Handzeichen oder Absprachen gearbeitet wird. Grundlegende Methoden – inspiriert z. B. von der afrikanischen Musikpraxis – sind dabei Circlesongs (ostinate auf einem kurzen Pattern basierende Musik), Stimmspiele und Klangkonzepte. Zunächst finden sich eine Reihe kreativer Warm-ups, die auf eine ganzheitliche Aktivierung von Einzelsänger und Gruppe abzielen und die Aspekte Körper, Stimme, Atem, Bewegung abdecken.
Im zweiten Teil folgen kurze, meist recht anspruchsvolle Chants, die als Grundbausteine für Circlesongs genutzt werden können, und Gestaltungsideen zu experimenteller Chormusik, z. B. Erfinden/Imitieren themenbezogener Klänge (Sternenmusik ) oder Umsetzung von Lautlyrik in improvisierte Klangverläufe. Die erfolgreiche Durchführung der Konzepte setzt wohl wenigstens eine Kerngruppe an Sängern mit musikalischen, stimmlichen und improvisatorischen Grundkenntnissen sowie einen erfahrenen Leiter voraus, der mit entsprechenden Methoden (z. B. Live-Arrangement) vertraut ist. Eine CD bietet 78 Hörbeispiele und zahlreiche Arbeitsblätter zum Ausdrucken (PDF).

Fazit: Einige der im Buch skizzierten Ideen können sicherlich auch von experimentierfreudigen Schulchören verwendet werden, denen der nötige zeitliche Rahmen zur Verfügung steht.

Markus Detterbeck



Dialoge

Andreas Eichhorn, Reinhard Schneider (Hg.)

Festschrift für Thomas Ott

Musik –
Pädagogik –
Dialoge


Allitera Verlag, 2011

Diese Festschrift ehrt in 22 Beiträgen auf knapp 350 Seiten den Musikpädagogen Thomas Ott anlässlich seines 65. Geburtstags. Hamburg, Berlin und Köln waren die zentralen beruflichen Stationen seiner Tätigkeit, zuletzt hatte er den Lehrstuhl für Musikpädagogik an der Universität Köln inne.
Die Veröffentlichung soll das weitgefächerte Spektrum der Interessen des Jubilars abbilden, von historischer Musikwissenschaft bis zu Musikethnologie und verschiedenen Aspekten aus dem Bereich der Musikpädagogik: U. a. widmen sich Heinz Geuen und Christine Stöger der Lehrperson im Musikunterricht, Frauke Heß thematisiert Informelles Lernen im Musikunterricht, Werner Jank stellt die Frage Verstehen von Musik oder Teilhabe an musikalischen Praxen?, Hermann-Josef Kaiser schreibt über Verständige Musikpraxis, Niels Knolle gibt launige Einblick in autobiografische Zusammenhänge: Wer waren wir. Anne Niessen beleuchtet Die Bedeutung von Selbstbestimmung im Musikunterricht aus Schülersicht, Jürgen Terhag stellt Bemerkungen an zur Frage Wie interkulturell ist die Musik(pädagogik)? und Jürgen Vogt skizziert Gedanken zu Gerechtigkeit und Musikunterricht.
Die qualitätvollen Beiträge reihen sich leider ohne erkennbare Struktur aneinander, auch eine einleitende Zusammenschau über die Konzeption und Auswahl sowie biografische Notizen zu den Autoren fehlen.

Fazit: Ein anregender Sammelband mit interessanten Beiträgen aus verschiedenen Fachdisziplinen, die leider nur wenig Bezug aufeinandernehmen.

Gerhard Sammer



Einsingen allein und im Chor

Kurt Schlegel, Jochen Stegmaier

Musik-Themenhefte

Musikstile von Punk bis Trip Hop


Verlag an der Ruhr, 2010

Die vorliegende Publikation für die Jahrgangsstufen 9 und 10 erweitert das bestehende Angebot an Unterrichtsmaterialien zur Geschichte der populären Musik. Entgegen der durch den Titel geweckten Erwartung setzt das Themenheft historisch nicht erst beim Punk, sondern bei den am Rande erwähnten Stilen Blues und Beat und dem ausführlicher dargestellten Soul an. Aufbereitet wurden neben Punk und Trip Hop in einer recht beliebig wirkenden Auswahl Rock, Funk, Ska, Reggae, Punk, Ambient, Deutschpop und Hip-Hop.
Die Arbeitsaufträge sind überwiegend altersgerecht und aktivieren auf vielfältige Weise. Sie umfassen sämtliche Umgangsweisen mit Musik einschließlich Möglichkeiten des Computereinsatzes. Die zahlreichen Internetlinks zu Software-, Audio-, Video- und Textquellen setzen das Vorhandensein einer entsprechenden Lernumgebung bzw. eine gewissenhafte Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung durch die Lehrkraft voraus. Während sich die eher kognitiv und rezeptiv ausgerichteten Arbeitsaufträge und Unterrichtsimpulse von annähernd jeder Lehrkraft aufgreifen lassen, setzen die praxisorientierten Aufgabenstellungen z. T. entsprechende Kompetenzen der Lehrkraft im Umgang mit dem Computer und dem Bandinstrumentarium voraus. Die Illustration der einzelnen Kapitelabschnitte (=Arbeitsblätter) erfolgt durch Grafiken, Notenbeispiele, Fotos und Tabellen, ein Lösungsteil erleichtert die Auswertung der Arbeitsaufträge. Ein Anhang offeriert zahlreiche Literatur-, Film- und Internetquellen.

Fazit: Insgesamt ist das Themenheft als Grundlage für die unterrichtliche Thematisierung ausgewählter Musikstile der populären Musik empfehlenswert, wenngleich die Qualität der Kapitel schwankend ist.

Daniel Mark Eberhard



Einsingen allein und im Chor

Ulrike Brauerhoch

Musik-Themenhefte

Die Stimme


Verlag an der Ruhr, 2011

‚Die Stimme' ist ein zentrales Thema im Musikunterricht. Mit besonderem Blick auf die Jahrgangsstufen 5 bis 7 wird diesem Bereich mit vorliegender Neuerscheinung ein eigenes Themenheft gewidmet, in dem eine aktivierende und inhaltlich breite Auseinandersetzung erfolgt.
Unterrichtspraktisch vorgestellt werden neben den Aspekten Stimmapparat, Atmung, Haltung, Tonerzeugung und Stimmpflege auch Lagen, Fächer sowie konventionelle, besondere und kreative Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme.
Illustriert werden die einzelnen Kapitelabschnitte (= Arbeitsblätter) durch zahlreiche Grafiken, Fotos, Notenbeispiele und Tabellen. Die Arbeitsaufträge regen zum körperlichen Umgang und zur Verwendung verschiedener Medien an und berücksichtigen den Wechsel von Aktions- und Sozialformen. Ein Lösungsteil erleichtert die Auswertung. Der Verweis auf Audio- bzw. Videoquellen erfolgt ausschließlich in Form von Internetlinks zu www.youtube.de.
Die Aufbereitung der lose aneinandergereihten Kapitel erfolgt meist verständlich und schülergerecht. Problematisch erscheint die Tatsache, dass sich das Kapitel zur "Stimme in der modernen Musik" ausschließlich der Neuen Musik widmet, wodurch Chancen unterrichtlicher Motivation und wesentliche thematische Zugänge im Bereich populärer Musik fast gänzlich auf der Strecke bleiben.

Fazit: Insgesamt ist das Themenheft empfehlenswert, um durch vielfältige Informations- und Aktionsangebote Aspekte des Stimmeinsatzes schülergerecht, umfassend und handlungsorientiert zu thematisieren.

Daniel Mark Eberhard



Einsingen allein und im Chor

Ralf Schnitzer,
Mirko Moeller


Singen ist klasse

Chorbuch


Schott, 2011

„Singen ist klasse!" – eine Aussage, die man ohne Einschränkung unterschreiben kann. Begegnen uns doch tagtäglich in den Medien junge Menschen, die versuchen, mit ihrer Stimme Erfolg zu haben und von der großen Karriere träumen.
Um diese positiven Strömungen schon im Schulunterricht in die richtige Richtung zu leiten, gibt es seit einigen Jahren das Unterrichtskonzept Singen ist klasse. In den Singklassen werden die Schüler an das große Feld des Singens herangeführt und ihr Interesse an der Chormusik im Besonderen geweckt. Aufgrund ihres Wissens um die altersgemäße Entwicklung der Stimme ist es den Autoren des vorliegenden Chorbuchs wichtig gewesen, eine Sammlung zu schaffen, die den wachsenden Ansprüchen der Singklassen an singbarer Literatur gerecht wird.
Das Buch kann zu Recht als ‚aufbauend' bezeichnet werden. So finden sich hier vom einstimmigen bis zum leichten vierstimmigen Satz über 90 Stücke, die eine stilistisch vielfältige, farbenfrohe Sammlung bilden: vom Volksliedsatz über Chor- Standards bis zu aktuellen Pop- Arrangements. Viele amerikanische Chorstücke erscheinen für die Sekundarstufe 1 sprachlich allerdings eher schwierig.
Einstudierungshilfen und Hintergrundinfos zu vielen Stücken wie auch zahlreiche Klavierbegleitsätze machen das Chorbuch zu einem guten Begleiter in den Singklassen.

Fazit: eine Sammlung, die sicher als Repertoirebuch in die Chorleiterschränke gehört, wobei man sich auf 344 DIN-A4-Seiten wohl mehr Titel erwarten könnte

Thorsten Weber



Einsingen allein und im Chor

Christopher Wallbaum (Hg.)

Perspektiven
der Musikdidaktik

Drei Schulstunden
im Licht der Theorien


Georg Olms Verlag, 2010

Drei Stunden Musikunterricht bildeten den Ausgangspunkt für ein innovatives und anregendes Tagungskonzept, das nun in der vorliegenden Buchveröffentlichung mit DVDs allgemein zugänglich ist.
Angesichts von alleine in Deutschland ca. 11 Millionen Schülern, die Musikunterricht erhalten, erscheinen drei Unterrichtstunden für die Betrachtung nicht viel. Welch reiche Ressource aber diese in Hamburg, Sachsen und Thüringen gehaltenen Stunden, in denen die Schüler in unterschiedlicher Weise musizierend aktiv werden, für eine tiefergehende Diskussion und Reflexion bieten, wird schon bei der Sichtung der DVDs erkennbar:
Die auf Video dokumentierten Musikstunden können aus drei Kamerablickwinkeln betrachtet werden, dies ermöglicht unterschiedliche Perspektiven auf Lehrer und Schüler. Außerdem finden Sie auf den DVDs Stundenbilder, Interviewleitfäden sowie transkribierte Interviews mit Lehrern und Schülern (auf PDF).
Nach Betrachtung der Videos richtet sich der Blick des Lesers auf zwölf Beiträge von deutschen Musikdidaktikern und drei dokumentierte Gesprächsrunden. Aus denkbar unterschiedlicher Perspektive nehmen die Didaktiker zu den Musikstunden Stellung und zeichnen ein vielgestaltiges Bild von gegenwärtigen musikdidaktischen Positionen mit starker Bezugnahme auf das Spannungsfeld zwischen Unterrichtspraxis und Theorie.


Fazit: Das reichhaltige Materialienpaket ist gleichermaßen für Musiklehrer und Didaktiker, insbesondere aber für die Lehrerbildung empfehlenswert!

Gerhard Sammer



Einsingen allein und im Chor

Florian Buschendorff

200 Methoden für den
Musikunterricht

Praxisorientierte Ideen
für die Sekundarstufe

Verlag an der Ruhr, 2010

Musik spielt in der Freizeitgestaltung unserer Schüler eine zentrale Rolle. Wie aber soll die Musikpädagogik auf die Lebenswelt der Jugendlichen reagieren und deren Begeisterung für Musik im Musikunterricht sinnvoll nutzen und weiterentwickeln? Florian Buschendorff will mit seinem Buch Brücken schlagen zwischen den "recht theoretischen Lehrplanthemen und einer handlungsorientierten und abwechslungsreichen Aufbereitung" und damit "selbst unmusikalische Jugendliche" für Musik begeistern. Der Titel der Publikation ist aber irreführend: Das Buch bietet keine Methoden – also Darstellungen von unterschiedlichen bzw. effektiven Unterrichtsverfahren –, sondern ist ein Fundus an Unterrichtsideen und Bausteinen, die eine große Bandbreite von Inhalten abdecken. So finden sich Übungen zu Rhythmik und Notenwerten, Unterrichtsimpulse zu Instrumentalspiel (Drumset, Gitarre / E-Bass, Keyboard) und zahlreiche Anregungen zur praktischen Beschäftigung mit Musiktheorie sowie Stundenbilder zu Kultur erschließenden Inhalten (Musikgeschichte, Musikkultur und Medien). Leider ist die Darstellung der einzelnen Themen aufgrund der jeweils einseitigen Anlage inhaltlich sehr beschränkt, Aufgabenstellungen und methodische Hinweise sind deshalb oft auf ein Minimum reduziert.

Fazit: eine bunte Sammlung an Unterrichtsbausteinen, in der jeder Musiklehrer Impulse und Anregungen für die Gestaltung seines Musikunterrichts finden wird.

Markus Detterbeck



Einsingen allein und im Chor

Ernst Klaus Schneider

Klassik?
Klassik!

Klassische Musik
im Unterricht

Schöningh, 2010

In der zuletzt besonders produktiven Reihe EinFach Musik erschien kürzlich dieser 100 Seiten umfassende Band mit Unterrichtsmodellen zur Musik der Klassik. Im einleitenden Vorwort, das zumindest in der Legende der verwendeten Symbole dem jeweiligen Band angepasst werden sollte, wird mehrfach der Aspekt Praxisorientierung betont. Zu Recht, denn die neun modulartig aneinandergereihten Bausteine erscheinen vor allem im Hinblick auf die unterrichtsmethodische Gestaltung zeitgemäß, anregend und praxistauglich.

Etwa wird zur Auseinandersetzung mit dem Begriff ‚Klassik' ein sinnvoll strukturierter methodischer Zugang von der Einzelarbeit bis zur Gruppenarbeit vorgeschlagen. Die Annäherung an das Thema ‚Natur in der Musik' bzw. an den 2. Satz aus Beethovens 6. Sinfonie erfolgt kreativ-gestaltend, wobei hilfreiche Tipps zur Herangehensweise gegeben werden. Ein Ausschnitt aus Die Hochzeit des Figaro wird mittels szenischer Interpretation erarbeitet. Weitere Bausteine widmen sich u. a. dem 3. Satz des Trompetenkonzerts von Hummel, dem Allegro aus Mozarts Klaviersonate KV 545 in C-Dur und dem Berufsfeld und Status von Haydn. Wenngleich durchaus neue Querverbindungen hergestellt und einzelne selten didaktisch aufbereitete Stücke eingebunden sind, wird die Publikation dem formulierten Anspruch einer Werkauswahl, für die es noch kaum Unterrichtsmaterial gibt, leider keineswegs gerecht.

Fazit: insgesamt eine überzeugend ausgearbeitete Auswahl an Unterrichtsbeispielen

Gerhard Sammer



Einsingen allein und im Chor

Richard Filz, Mareike Bogatz

Rhythmus
für Kids 2

Rhythmusspiele und
Performancestücke für
Spielgruppen und Klassen


Universal Edition, 2010

Die aufbauende Rhythmusarbeit ist ein zentraler Arbeitsbereich im Musikunterricht. Schüler sollen z. B. lernen, einen metrischen Puls in konstantem Tempo auszuführen, Rhythmen zu imitieren oder auch selbst zu erfinden. Hier bietet der zweite Band von Rhythmus für Kids für die schulische Rhythmusarbeit eine bunte Palette von Spielen: Muntermacherspiele bringen die Schüler am Beginn einer Schulstunde in Schwung, Dirigierspiele entwickeln die wichtige Fähigkeit rhythmische Prozesse anzuleiten, Klatschspiele verbinden Rhythmus und Sprache, Rhythmicals bieten Material für Schulaufführungen. In der Arbeit mit Schülern zeigt sich immer wieder, dass derartige Rhythmusspiele nachhaltig motivieren und begeistern. Rhythmus für Kids setzt dabei vor allem auf die Verbindung von Text, Bewegung und Körperklängen. Im Sinne rhythmuspädagogischer Arbeit ermöglicht dies eine ganzheitliche Förderung der rhythmisch- koordinativen Fähigkeiten, die den Kindern zudem großen Spaß macht. Rhythmus für Kids eignet sich aber – besonders wegen der Texte – vor allem für Schüler der Grundschule. Für die Sekundarstufe I können wohl nur einige der Spielideen direkt übernommen werden, z. B. die Becherrhythmen und -spiele, die dort auch hervorragend für Vertretungsstunden genutzt werden können.

Fazit: Rhythmus für Kids 2 bietet eine Palette lustiger Rhythmusspiele für jüngere Schüler (bis zur 5. Klasse) und führt praxisbezogen in musikalische Grundkompetenzen ein.



Markus Detterbeck

Einsingen allein und im Chor

Thomas Krettenauer

OPER


Cornelsen/Lugert, 2010

Geht das: Eine 60-seitige Geschichte der Oper von Orfeo bis Einstein on the Beach für den Unterricht in der Sek. II? Es geht nicht; aber der Beweis hätte nicht so überzeugend ausfallen müssen. Da ist zunächst die Auswahl der Informationen. Warum soll ein Schüler erfahren, dass Fachleute uneins sind über die Einschätzung der Motivwiederholungen bei Marschner? Was bedeutet ihm, dass Beethoven die Kerkerszene im Fidelio revidiert hat, wenn er weder Anlass noch Gestalt der Revision kennenlernt? Was soll die Bemerkung, dass die Erweiterung der Vorlage Beaumarchais durch da Ponte "verschiedene Schwächen zur Folge" hatte: welche denn? Und wer geglaubt hat, Anweisungen wie "Diskutieren Sie Ihre Höreindrücke" kämen nur noch in abgeschmackten Witzen über die Schulreform nach 68 vor: Hier finden Sie sich wieder – mehrfach! Dazu passt auch, dass Schüler Texte zu Mozarts Don Giovanni von E. T. A. Hofmann, Byron, Lenau, Baudelaire, Mérimée und Kierkegaard suchen und in Auszügen (welchen Auszügen?) lesen sollen. Eine Nummer kleiner geht's nicht? Stoffhuberei also und praxisferne Arbeitsaufträge, fachliche Ungenauigkeiten (so ist die ,Übersetzung' von Che farò senza Euridice ein deutscher Text mit ziemlich anderem Inhalt!).

Fazit: Das Heft bietet ein krudes Sammelsurium aus lexikalischem Wissen, Zusammenfassungen von Opernhandlungen, Schnipseln aus Bühnenwerken und fast immer sehr pauschalen Arbeitsanregungen. "Multum, non multa", diese Forderung ist hier ungehört verhallt.



Wieland Schmid

Zeilenumbruch (Umschalt- + Eingabetaste)

Einsingen allein und im Chor

Wilhelm A. Torkel,
Heinz Lemmermann

ALLEGRO -
Das Chorbuch


Fidula, 2010

"Gehen Sie ganz locker und variabel mit dem Material um!", so schlägt es Wilhelm A. Torkel im Vorwort zu Allegro – Das Chorbuch vor, und in der Tat ist das eine passende Empfehlung zur Verwendung dieser neuen Publikation. Aus dem bekannten Liederbuch Allegro – 100 Lieder für offene Ohren wurden 31 Lieder ausgewählt. Ergänzt um fünf neue Songs entstanden daraus 46 Sätze für Schulchöre zu drei bis fünf Stimmen. Zu einigen Liedern finden sich unterschiedliche Sätze im Chorbuch. Einige davon enthalten eine ‚Melodiestimme' zum Chorsatz, die solistisch oder mit einer kleineren Gruppe besetzt werden kann.

Die Arrangements spiegeln die Stilvielfalt der Original-Sammlung wieder: Pop- und Folksongs, Spirituals, Weihnachtliches und Besinnliches sowie Traditionelles aus fünf Kontinenten. Speziell für diese Sammlung wurden auch einige Jazzkanons zum ‚Aufwärmen' komponiert, die sich auch als ‚Opener' im Konzert eignen. Eine kurze Stimmbildungs-Sequenz im Vorspann verweist auch auf vertiefende Literatur zu diesem wichtigen Thema. Ergänzende Akkordsymbole bei jedem Chorsatz ermöglichen eine Gitarren-, Klavier- oder Bandbegleitung.

Fazit: Insgesamt eine recht ansprechende Sammlung an interessanten und guten Chorsätzen für den Schulchor. Die variablen Besetzungsmöglichkeiten einiger Sätze machen Sinn im Hinblick auf die Situation an vielen Schulen. Die ‚Melodiestimme' bietet eine perfekte Möglichkeit, solistische Ambitionen zu fördern.

Thorsten Weber



Einsingen allein und im Chor

Wieland
Ziegenrücker

ABC MUSIK
Allgemeine Musiklehre


Breitkopf & Härtel, 2009

Seit über 30 Jahren ist Wieland Ziegenrückers Allgemeine Musiklehre ein Standardwerk für jeden Musiklehrer. Das Buch bietet in einer übersichtlichen Zusammenfassung die Grundlagen des europäischen Musiksystems. In über 400 Lehr- und Lernsätzen gibt es Basis-Informationen über Noten, Rhythmus, Intervalle, Tonleitern, Akkorde und Harmonielehre, Melodie, musikalischen Vortrag und Musikinstrumente. Am Ende jedes Kapitels findet man Fragen und Aufgaben zur Wiederholung der Inhalte. Nun ist das beliebte Nachschlagewerk in einer überarbeiteten Neufassung erschienen. Die Struktur des Werks blieb unverändert, doch wurden die Lehrsätze aktualisiert und deutlich erweitert, sodass das Buch nun beträchtlich an Umfang gewonnen hat (360 Seiten). Es wurde u. a. der Bereich der Akustik ausführlicher behandelt, mehr historische Bezüge hergestellt, Bezeichnungen und Symbole an die heute übliche Praxis angepasst, Tabellen und Notenbeispiele verbessert und ergänzt, neue Musikinstrumente aufgenommen und viele Definitionen klarer und zeitgemäßer formuliert. Das Sachregister mit integrierter Fachworterklärung ist deutlich umfangreicher und im ebenfalls erweiterten Anhang finden sich nun neu viele informative Übersichten.

Fazit: eine praktische, leicht verständliche Enzyklopädie des allgemeinen musikalischen Wissens, die nun noch mehr Informationen bietet

Martin Kugi



Einsingen allein und im Chor

Marc Pendzich,
Christian Bielefeldt

Musik
und
Politik


Cornelsen/Lugert, 2010

"Alle Musik hat eine latent politische Dimension". Dieser Erkenntnis folgend beleuchten die Autoren auf 60 Seiten nicht nur gängige Beispiele (Protestsong, Rap), sondern auch Musiken, deren politische Implikationen sonst kaum beachtet werden (z. B. Deutsche Sängerfeste im 9. Jahrhundert). Zu allen Kapiteln wurden Originalquellen zusammengestellt: geeignete Materialien also für einen wissenschaftspropädeutischen Unterricht in der Sekundarstufe 2. Oberstufengerecht ist auch der fächerübergreifende Blick für (sozial)geschichtliche oder ästhetische Zusammenhänge. Leider unterlaufen den Autoren gelegentlich ärgerliche Irrtümer. So wird aus Joseph II. ein mysteriöser "Franz Joseph". Am Ende jedes Kapitels finden sich knappe ‚Arbeitsanregungen' und Hinweise ‚zur Vertiefung'. Auf eine didaktische Aufbereitung und Gestaltungsvorschläge für Stunden oder Sequenzen wird weitgehend verzichtet. Hilfreich sind dagegen die Anmerkungen zu einigen Aufgaben auf der CD-ROM. Neben diesem ‚Lösungsteil' enthält die CD Hörbeispiele. Sie bilden aber nur einen kleinen Teil dessen ab, was für eine fruchtbare Arbeit mit dem Buch an Ton- und Bildmaterial nötig wäre. Den großen Rest müssen sich Lehrer oder Schüler selbst beschaffen.

Fazit: Das Heft befasst sich mit wesentlichen und z. T. oft übersehenen Aspekten des Themenfeldes und bietet viele interessante Materialien. Wer praxisgerechte Hilfe zur Unterrichtsvorbereitung sucht (Stundenbilder, Arbeitsblätter, vollständige Ton- und Bildmaterialien), wird allerdings enttäuscht.

Georg Kobialka



Einsingen allein und im Chor

Petra Hügel,
Friedrich Neumann

Musikstile
aktiv

Klett/Schott 2010

Das Zusammentreffen afrikanischer und europäischer Kulturtraditionen in der Neuen Welt war Voraussetzung für die Ausbildung einer Vielfalt afroamerikanischer Musikformen im 20. Jahrhundert. Die Einflüsse dieser Musiken prägen bis heute nahezu alle Formen der populären Musik. Das Praxisheft Musikstile aktiv aus der Reihe Musik live greift einige der wichtigsten Musikstile auf und bietet vielfältiges Praxismaterial von afrikanischer Musik über Blues, Rock 'n' Roll, Samba, Calypso, Reggae bis hin zu HipHop. Die Beschäftigung mit den jeweiligen Musikstilen ist vielfältig, abwechslungsreich und handlungsorientiert gestaltet. So finden sich zu den leicht und mit flexiblem Instrumentarium umsetzbaren Arrangements zahlreiche Kopiervorlagen, die sich mit wichtigen Aspekten (Geschichte, musikalische Besonderheiten ...) auseinandersetzen. Auch wenn die Darstellung oft eher knapp angelegt ist (‚Afrikanische Musik' wird z. B. gerade mal auf drei Seiten abgehandelt) bietet der Band doch Material für eine erste Beschäftigung mit den Musikstilen. In Lehrerkommentaren am Beginn eines jeden Kapitels finden sich zusätzliche Hintergrundinformationen, methodische Tipps zum Umgang mit den Arbeitsblättern bzw. Musiziermaterialien sowie Hinweise für eine weiterführende Beschäftigung. Hörbeispiele und Playbacks auf der im Heft mitgelieferten CD runden die Publikation ab.

Fazit: Das Heft bietet eine abwechslungsreiche Reise durch eine Vielzahl verschiedener Musikstile, die zur aktiven Beschäftigung anregt.

Markus Detterbeck


Einsingen allein und im Chor

Christian Rolle,
Herbert Schneider (Hrsg.)

Rhythmus!

Studien und Materialien zur
musikpädagogischen
Arbeit über und mit Rhythmen

ConBrio, 2009

Die Bedeutung der rhythmischen Dimension von Musik ist für die musikpädagogische Praxis kaum zu überschätzen. Vom einfachen rhythmischen Warmup bis zum Auftritt einer schulischen Sambagruppe – rhythmusbetonte Musik ist im heutigen Musikunterricht allgegenwärtig. Ausgehend von diesem Wissen initiierte das Netzwerk Musik Saar eine zweitägige Fortbildungstagung. Der vorliegende kleine Band mit 24 Seiten dokumentiert diese Veranstaltung und soll Anregungen für Unterrichtende geben. Der interdisziplinäre Ansatz wird in der Auswahl der Einzelbeiträge spürbar, denn neben unterrichtspraktischen Zugängen finden sich auch musiktheoretische und musikwissenschaftliche Artikel: Einleitend wird die Bedeutung des Rhythmus im 20. Jahrhundert erörtert, auch im Hinblick auf die Kompositionsprinzipien in Strawinskys Sacre. Der Einfluss der Habanera auf die Musik Lateinamerikas wird ebenso thematisiert wie die Frage Ist Grooven ästhetisch bildend? Darüber hinaus widmen sich die stärker unterrichtspraktisch ausgerichteten Beiträge u. a. dem Trommeln im Klassenraum, dem STOMP-Prinzip sowie der Konzeption von Kinderkonzerten und Tanzprojekten.

Fazit: Wenngleich einige Abschnitte für den Leser ohne den praktischen Vollzug etwas theoretisch anmuten, so bietet die inhaltlich breit gefächerte Veröffentlichung viele Impulse und ermöglicht insbesondere Kollegen, die an einer fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung interessiert sind, eine wertvolle Gelegenheit zur Vertiefung.

Gerhard Sammer


Einsingen allein und im Chor

Martina Freytag

Einsingen
allein und
im Chor


Bosse, 2009

Die Arbeit an einem Lied oder Chorstück fordert die Schüler auf vielerlei Weise: Erfassen des Notentextes, Umsetzung komplexer rhythmischer Strukturen, Steuerung von Atmung, Artikulation und Stimmfunktion sowie Koordination mit den Stimmen der Mitsänger. Wer Chorarbeit an einer Schule nachhaltig gestalten will, muss vokalpädagogisch aufbauende Arbeit planen. Dabei spielt eine fundiert angeleitete Entwicklung der jugendlichen Stimmen eine entscheidende Rolle.
Das vorliegende Praxishandbuch enthält vielfältiges Übungsmaterial, das die stimmphysiologischen Zusammenhänge des Singens fantasievoll und abwechslungsreich aufarbeitet. Die 40 ein- und mehrstimmigen Gesangsübungen erweitern ‚klassisches' Übungsmaterial um Aspekte aus Atemtherapie, Kinesiologie, Yoga und Chi Gong. Zu jeder Übung erläutert die Autorin ausführlich stimmliche und musikalische Ziele bzw. Schwerpunkte und gibt technische Hinweise zur Ausdrucksgestaltung. So können auch wenig geübte Chorleiter ihren Sängern wertvolle Hilfestellungen geben. Hilfreich ist auch das Stichwortverzeichnis am Ende des Buches. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, gezielt nach stimmtechnischen Besonderheiten (z. B. Übungen für hohe Lage, Vokalausgleich, Beweglichkeit der Stimme) zu suchen.
Auf der beiliegenden CD+ finden sich Playbackaufnahmen zu den Übungen und die Klavierbegleitstimmen als PDF zum Ausdrucken.

Fazit: Das Heft bietet eine abwechslungsreiche Reise durch eine Vielzahl verschiedener Musikstile, die zur aktiven Beschäftigung anregt.

Markus Detterbeck


Perspektive Musiklehrer/in

Daniela Neuhaus

Perspektive
Musik-
lehrer/in


Der Berufswahlprozess von
Lehramtsstudierenden mit
dem Unterrichtsfach Musik

musicolonia, Verlag Dohr

Zentraler Ausgangspunkt für die veröffentlichte Doktorarbeit ist die Frage, aus welchen Gründen sich Lehramtsstudierende in Musik für das Studium und den Lehrberuf interessieren. Ist die pädagogische Motivation maßgeblich?
Die Verfasserin nähert sich der Thematik unter reicher Bezugnahme auf verschiedene Forschungsbereiche: Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie, Geschlechter- und Berufswahlforschung sowie der Lehrerbildungsforschung fließen in die Studie ein. Einzelne Kapitel widmen sich den geschlechtstypischen Unterschieden bei der Berufswahl und im Musikleben und dem aktuellen Forschungsstand zur Studien- und Berufswahl bei Lehramtsstudierenden.
Bei der Berufswahl sind Beziehungen zwischen Personen und ihrer Umwelt wesentlich, anstatt von einer "einmaligen, freien Entscheidung für einen Beruf muss […] vielmehr von einer schrittweisen Entwicklung beruflicher Vorstellungen ausgegangen werden." Die Ergebnisse der eingebundenen kleinen Fragebogenerhebung von 209 Musikstudierenden zeigt, dass sich die befragten Musikstudierenden nur partiell von Studierenden anderer Fächer unterscheiden. Wenngleich die befragten Frauen ein höheres Interesse an musikpädagogischen Tätigkeiten zeigen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betonen und die Männer sich stärker am Bedürfnis orientieren, etwas mit Musik studieren zu wollen, steht das Berufsziel Musiklehrer insgesamt im Vordergrund.

Fazit: Diese fundierte Arbeit ist für den interessierten Leser und Wissenschaftler sehr zu empfehlen.

Gerhard Sammer


musik live 1

Friedrich Neumann
(Herausg.)

Musik
live


Klett/Schott, 2008/2009

Zeitgemäßer Musikunterricht sollte handlungsorientiert, kreativ und attraktiv sein. Zusätzlich stellen die Anforderungen seitens der Lehrpläne und die Diskussionen um Bildungsstandards eine echte Herausforderung für die Planung und Durchführung des Unterrichts dar. In der Praxis läuft Musikunterricht leicht Gefahr, zum Gemischtwarenangebot zu verkommen, das wenig Nachhaltigkeit zeigt. Das Lehrwerk Musik live reagiert mutig auf diese Situation und setzt auf einen äußerlich wie inhaltlich entschlackten Umfang: Band 1 (Klassen 5/6) und Band 2 (Klassen 7–10) umfassen jeweils gerade mal 150 Seiten. Die Bücher bieten den Schülern auf jeder Doppelseite Situationen, an denen sie Anknüpfungspunkte zum eigenen musikalischen Umfeld entdecken können. So werden die Lernbereiche Musizieren, Singen, Hören, Tanzen integrativ und für Schüler attraktiv behandelt. Das Autorenteam bringt an vielen Stellen aktuelle musikpädagogische Ideen ein. Unterrichtsinhalte werden z. B. mit Hilfe von ‚Soundscapes' oder dem Musikprogramm Music Maker erarbeitet. Musiktheoretische Inhalte werden in Basic-Kapiteln handlungsorientiert vorbereitet. Eine Zusammenfassung des erarbeiteten Wissens am Ende jedes Bandes bietet eine praktische Nachschlagemöglichkeit.
Die CD enthält neben Originalaufnahmen und Playbacks einen Datenteil mit Videos und Musik-Software.

Fazit: eine Lehrwerkskonzeption, die einiges an interessantem Material für den Musikunterricht bietet. Aufgrund der Umfangsbeschränkung sind einige Inhalte jedoch sehr verkürzt dargestellt.

Markus Detterbeck


groovy strings

S. Paul, N. Kruse,
J. Piezunka,
M. Rutledge

Groovy
Strings


Rhythmus & Groove
im Streicherunterricht

Breitkopf und Härtel, 2009

Die Mitglieder des Jazz-Streichquartetts String Thing, die ihre langjährigen Erfahrungen auch in Workshops weitergeben, wollen Brücken zwischen verschiedenen musikalischen Welten bauen und haben mit Groovy Strings ein inspirierendes Lehrbuch für den Streicherensemble- und Einzelunterricht (ab dem 3. Unterrichtsjahr) herausgegeben: eine Fülle von Materialien zu Musikstilen außerhalb der sogenannten ‚Klassischen Musik', Musik, die mit ‚Groove' gespielt werden soll: Jazz, Folk, Pop, Rock und Latin Music mit ihren vielfältigen Ausprägungen.
Die Publikation überzeugt durch die umfangreichen Informationen, zahlreichen Anregungen und praktischen Tipps zu den speziellen Spieltechniken. Die 26 im Schwierigkeitsgrad sukzessiv steigenden zwei- oder dreistimmigen Stücke werden jungen Streichern bestimmt viel Spaß machen. Das Werk, das als Lehrerband konzipiert ist, kann entweder als Materialsammlung oder auch als methodischer Leitfaden zur Vermittlung spezifischer spielpraktischer Fertigkeiten dienen. Die Autoren haben dabei eine ganzheitliche Methodik zum Erlernen von Rhythmus und Groove auf Streichinstrumenten entwickelt, die auch Aspekte wie Gesang, Tanz, Dirigieren, Body- und Vocalpercussion mit einschließt.
Die beiliegende CD enthält Audio-Tracks mit allen Spielstücken, frei kombinierbare Streicherstimmen (mit Akkordsymbolen für Klavier-/Gitarrenbegleitung) als PDF-Dateien zum Ausdrucken sowie Videosequenzen der speziellen Spieltechniken.

Fazit: Wirklich empfehlenswert!

Harald Simon


groovy strings

Peer Frenzke,
Robert Hinz,
Remmer Kruse

Band
ohne Noten



Musik live

Klett/Schott, 2008

Die Feuerprobe eines neuen Praxisheftes besteht darin, es spontan und ohne lange nachzulesen einfach aufzulegen und in einer Stunde auszuprobieren.
Band ohne Noten hat die Feuerprobe bestanden. Es braucht keine aufwändige Erklärung, man versteht das Heft sofort: Aufbau des Arrangements, wer was wann spielen soll … Buchstaben ersetzen die herkömmliche Notation. Die Griffbilder sind auch für Anfänger spontan verständlich und umzusetzen. Ein Ablaufplan steht bei jeder Stimme. Ergo: Man hat Zeit und Raum zum Spielen und muss nicht die meiste Zeit mit dem Suchen von Tönen verbringen.
Die Zielgruppe ist klar: Anfänger und eher kleine Gruppen. Wer ein Instrument lernt und Noten lesen kann, für den sind die Stimmen wohl zu wenig anspruchsvoll. Die Arrangements sind aber so klug gemacht, dass man auch‚ ganze Musik' damit spielen kann. Transponierte Stimmen für Blasinstrumente sind nicht vorhanden.
Die Auswahl der Stücke ist gelungen, haben die Probanden befunden. Sie sind zwischen 12 und 18 Jahre alt und in der Regel keine Instrumentalisten. Beim Layout sind die Seitenumbrüche innerhalb eines Instruments etwas störend, da die Übersichtlichkeit leidet. Die beiden im Heft integrierten CDs bieten Anleitungsvideos, Midi-Files, den Magix Music Maker und alle Songs als Music Maker-Dateien. Außerdem werden Einspielungen der Arrangements sowie Playbacks angeboten.

Fazit: praxistaugliches Material, das den Einstieg ins Bandspielen für Schüler und Lehrer erleichtert.

Wolfgang Reinstadler


Leistung im Musikunterricht

Hans-Ulrich Schäfer-
Lembeck (Hg.)

Leistung
im Musik-
unterricht


Beiträge der
Münchner Tagung 2008

Allitera, 2008

Die Veröffentlichung entstand in der Nachfolge einer überregionalen Tagung. Alle Autoren sind als Musikpädagogen an Hochschulen tätig.
Wie der Herausgeber einleitend betont, ist zu klären, "was als Leistung im Musikunterricht bezeichnet werden kann oder angestrebt werden sollte". Insgesamt findet sich eine starke Anbindung an die Diskussion über Bildungs- und Qualitätsstandards.
Aus den Beiträgen können hier nur Blitzlichter herausgegriffen werden: Niermann führt einleitend u. a. den Paradigmenwechsel Vom Lehren zum Lernen aus, Lion beschäftigt sich mit Paradoxien und unerwünschten Wirkungen im System Schule, Stöger nimmt als spannenden Ausgangspunkt die Frage, ob nicht Rituale des Bewertens in der Schule auf das Lernen zurückwirken. Geuen betitelt seinen Artikel mit Leistungsbewusstsein als Element individueller Lernweggestaltung im Musikunterricht und Rolle sieht es als Aufgabe künftiger Forschungen, "Methoden zur Erfassung von Momenten ästhetischer Argumentation in Schüleräußerungen zu entwickeln".
Weitere Beiträge stammen von Wallbaum (Ästhetische Freiheit in der Schule lehren und prüfen), Lehmann- Wermser (Kompetenzorientiert Musik unterrichten?), Niessen (Leistungsmessung oder individuelle Förderung?) und Orgass (‚Entwicklung von Problemlösungskompetenzen' als schlechte Trivialisierung der Aufgabe des Musikunterrichts).

Fazit: viele wertvolle Anregungen für Musiklehrer, ein Muss für Musikpädagogen, die sich mit der Thematik näher beschäftigen wollen.

Gerhard Sammer


groovy strings

Franz Binder

Georg Friedrich
Händel


Sein Leben und
seine Zeit

dtv, 2009

Beethoven nannte Händel den "größten Komponisten, der je gelebt hat". Aus heutiger Sicht ist er zumindest der wichtigste Barockkomponist neben Bach. Noch zu Lebzeiten setzte man ihm ein Denkmal und auch danach geriet er nicht in Vergessenheit. Schon ein Jahr nach seinem Tod entstand die erste Biografie über ihn.
Ähnlich wie beim anderen großen Jahresregenten Haydn ist allerdings von Händel – ganz anders als etwa bei Mozart – kaum Persönliches überliefert, er wusste seine Privatsphäre strikt abzuschotten, es gibt keine Tagebücher, keine Notizen von ihm, die uns über sein Inneres Aufschluss geben könnten. (Warum war Händel z. B. nicht verheiratet?) Sein Leben war jedenfalls geprägt von Zielstrebigkeit, zäher Schaffenskraft, internationalem Ruhm, aber auch von bitteren Rückschlägen. Franz Binder spürt dem Komponisten im Kontext seiner Zeit nach und zeichnet ein plastisches Bild von dessen Leben und Werk. Besonders spannend sind die zwischen die sieben Kapitel eingestreuten Intermezzi, in denen er zum Beispiel eingeht auf die Entwicklung der Oper, Händel und die Diven, Das barocke Theaterpublikum und Die Kastraten. All dies ist in dem gut 200 Seiten starken Taschenbuch (ca. 15 Euro) unterhaltsam zu lesen und trotzdem informativ.

Fazit: Das Buch vermittelt ein umfassendes Bild von Händel, seinem Leben, seinen Werken und seiner Zeit und eignet sich sehr gut zur Vorbereitung des Unterrichts. Älteren Schülern kann man es zudem durchaus als Fachlektüre empfehlen.

Stephan Unterberger


groovy strings

Heidi Thum-Gabler

Stationen-
lernen
im Musik
unterricht



Barock

Cornelsen/Lugert, 2009

Die Konzeption ‚Stationenlernen' (Lernzirkel) fördert Teamgeist, Selbstständigkeit und Kreativität der Schüler und bringt Abwechslung in den Musikunterricht. In dieser besonderen Form der Freiarbeit finden die Schüler an verschiedenen Lernstationen aufbereitetes Material zu einem bestimmten Themenkomplex vor, das sie in Kleingruppen oder alleine bearbeiten.
Der neu erschienene Lernzirkel in 15 Stationen für die Klassen 6–8 führt die Schüler in grundlegende historische und musiktheoretische Hintergründe des Barock ein. Er behandelt ausgesuchte Werke verschiedener Gattungen beispielhaft – meist jedoch in recht grobem Pinselstrich: vom Concerto grosso über die Suite und die Invention bis hin zu Oper und Oratorium. Weitere Stationen beschäftigen sich mit Zeitgeist (Prunk und Pomp) und gesellschaftlichen Phänomenen (Musik als Statussymbol) und spannen den Bogen bis in die Gegenwart (Ave Maria von Bach/ Gounod in der Interpretation von Céline Dion und den Roten Rosen).
Insgesamt bietet das Heft eine abwechslungsreiche Auseinandersetzung mit dem Thema, die vom Hören über die musikalische Analyse bis zum Wissensquiz reicht. Praktische Stationen bieten zusätzlich Gelegenheit zum Tanzen, Singen und Dirigieren.
Eine im Heft befindliche CD+ bietet Audiobeispiele und zusätzlich Spielsätze und Notenmaterial zum Ausdrucken.

Fazit: ein praxisnahes Heft mit vielseitigem Material um das Thema Barock, das auch durchaus außerhalb eines Lernzirkels im Rahmen von Frontalunterricht genutzt werden kann.

Markus Detterbeck


groovy strings

Walter
Lindenbaum

Thema Musik:
Rock und Pop


Geschichte einer
Musikkultur

Klett, 2008

Das Arbeitsheft bietet einen umfassenden Überblick über die historische Entwicklung populärer Musik von Rock 'n' Roll bis Techno. Die jeweils auf einer Doppelseite behandelte Stilrichtung wird meist mit einem exemplarischen Stück und zahlreichen Hintergrundinformationen, Zitaten sowie gut ausgewählten Bildern anschaulich vermittelt. Die zusätzlichen Arbeitsanweisungen und Fragen gehen zum einen auf die Hörbeispiele der mitgelieferten CD ein, zum anderen geben sie weitere Anregungen und fordern so zu vertiefter selbstständiger Beschäftigung auf. Neben der stilistischen Analyse eröffnen Leadsheets und Begleitstimmen die Chance zum eigenen Musizieren.
Besonders hervorzuheben ist der Ansatz, sich nicht lediglich auf die in zahlreichen Publikationen behandelte Palette an Standardthemen des Genres mit besonderem Fokus auf die angloamerikanischen Länder zu beschränken. Vielmehr bezieht das Heft auch die Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland mit ein und verweist auf typisch deutsche Ausprägungen populärer Musikkultur.
Spannend aufbereitet sind auch die Abschnitte, die sich jeweils mit einem speziellen Instrument und der Stimme im Kontext der populären Musik beschäftigen. Darüber hinaus streift Lindenbaum auch Themen wie populäre Tanzformen, Oldies, Coversongs, Bearbeitung, Lautstärke, Hörpräferenzen sowie die Folgen von MP3 und Castingshows.

Fazit: Das Heft liefert in Kombination mit der CD in ansprechend aufbereiteter Form zahllose Impulse für die nachhaltige Beschäftigung mit der Popkultur.

Georg Alkofer

NEU ERSCHIENEN


Schütt, Christian:
Mini-Hits für Gitarren-Kids 1
Bestellnr.: I7520

AUS DEM KATALOG

Maierhofer, Lorenz:
Singen wir im Schein der Kerzen, Medienpaket
Bestellnr.: S6556CD


Ernst, Manfred:
Praxis Singen mit Kindern
Bestellnr.: S6142


Guglhör, Gerd:
Stimmtraining im Chor
Bestellnr.: C5609